Wertschöpfungsstudie Tourismus

Untersuchung zeigt wirtschaftliche Bedeutung für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen

02.07.2026

Der Tourismus leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Passau. Das zeigt eine Wertschöpfungsstudie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif), deren Ergebnisse in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Marketing und Arbeit vorgestellt werden. Nachdem der Tourismusverband Ostbayern und die Industrie- und Handelskammer Niederbayern Ende 2023 eine regionale Wertschöpfungsstudie in Auftrag gegeben haben, beauftragte die Stadt Passau im Herbst 2025 eine Anschlussstudie, um die touristische Wertschöpfung speziell für das Stadtgebiet analysieren zu lassen.

Die Studie zeigt, dass viele Branchen, vom Einzelhandel über die Gastronomie bis hin zu den Dienstleistern, unmittelbar von unseren Gästen profitieren. Deshalb ist es durchaus unser Ansporn, den Tourismus weiterzuentwickeln und das touristische Angebot weiter zu stärken, mit einem Tourismus, der auch künftig zu unserer Stadt passt.

Andreas Rother - Oberbürgermeister

Die Untersuchung erfasst sowohl Übernachtungs- als auch Tagesgäste und zeigt, welche wirtschaftlichen Effekte deren Ausgaben in der Stadt auslösen. Insgesamt wurde für das Jahr 2024 ein Gesamtbruttoumsatz von rund 253,5 Millionen Euro ermittelt. Davon entfallen 46,5 Prozent auf das Gastgewerbe, 32,7 Prozent auf den Einzelhandel und 20,8 Prozent auf den Dienstleistungsbereich.
Besonders auffallend ist die Zahl der Tagesgäste. Rund 4,5 Millionen Menschen besuchten die Stadt Passau im Jahr 2024 ohne Übernachtung z.B. als klassische Ausflügler, Busreisegäste, Kreuzfahrtpassagiere oder Geschäftsreisende. Sie sorgten allein für einen Bruttoumsatz von 153 Millionen Euro und damit für mehr als die Hälfte des gesamten touristischen Umsatzes. Vor allem der Einzelhandel profitiert von dieser Besuchergruppe: Rund 43 Prozent der Ausgaben der Tagesgäste fließen in den Einkauf vor Ort. Gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2014, bei der noch rund 1,5 Millionen Tagesgäste ermittelt wurden, hat sich die Zahl deutlich erhöht.

Auch für den Arbeitsmarkt ist der Tourismus von großer Bedeutung. Nach der Studie beziehen 4.164 Menschen ihr Primäreinkommen durch die touristische Nachfrage. Die daraus resultierende touristische Wertschöpfung beläuft sich auf 118,3 Millionen Euro. Das sogenannte Beschäftigungsäquivalent weist zudem aus, dass rund 3.768 Arbeitsplätze unmittelbar durch den Tourismus gesichert werden. Bezogen auf die Einwohnerzahl bedeutet dies, dass etwa jede 14. Person in der Stadt Passau im Tourismusbereich beschäftigt ist.

Im Vergleich zur letzten Untersuchung aus dem Jahr 2014 zeigt sich insgesamt eine positive Entwicklung. Die Übernachtungszahlen stiegen um 14,7 Prozent. Die Bruttoumsätze im Gastgewerbe sogar um 27,3 Prozent. Auch die Umsätze im Tagestourismus (+8,7 Prozent) und im Einzelhandel (+5,6 Prozent) entwickelten sich positiv. Insgesamt erhöhte sich die touristische Wertschöpfung innerhalb von zehn Jahren um 21,1 Prozent.

Die Studie macht deutlich, dass die Bedeutung des Tourismus künftig nicht allein an der Zahl der Gäste gemessen werden sollte. Entscheidend ist eher die Qualität des touristischen Angebots. Ziel ist es, das Gesamterlebnis für die Besuchenden weiterzuentwickeln und den Tourismus so zu gestalten, dass sowohl Gäste als auch die Wirtschaft und die Bevölkerung gleichermaßen profitieren.

Im Oktober 2025 wurde dem Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Arbeit das neue Tourismuskonzept der Stadt Passau vorgestellt. In den kommenden Jahren sollen in Arbeitsgruppen die ersten Maßnahmenpakete angegangen werden. Dazu werden die definierten Handlungsfelder des Konzepts – Digitalisierung, Serviceorientierung, Nachhaltigkeit, Profilbildung, Wertschöpfung und Tourismusakzeptanz – systematisch bearbeitet und regelmäßig an neue Rahmenbedingungen angepasst.