Altstadtbuslinie soll optimiert weitergeführt werden
Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität berät über die weitere Ausgestaltung
03.06.2026
Der Stadtrat hat Ende des vergangenen Jahres beschlossen, das ÖPNV-Angebot in der Altstadt wieder auszuweiten und die bestehende CityBus-Linie zu einer Altstadtbuslinie weiterzuentwickeln. Seit dem 01.12.2025 wird die Strecke wieder häufiger bedient. Die Auswertung der Nutzerzahlen bestätigt eine hohe Nachfrage, weshalb dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität in seiner Sitzung am 9. Juni vorgeschlagen wird, das Angebot bis Ende des Jahres optimiert weiterzuführen.
Die Zahlen belegen, dass sich die Altstadtbuslinie im Alltag gut bewährt hat. Sie erleichtert vielen Bürgerinnen und Bürgern den Weg in die Innenstadt und verbessert die innerstädtische Anbindung. Gerade für ältere Menschen, Familien oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ist dieses Angebot eine spürbare Erleichterung im Alltag. Daher schlage ich eine, der Nachfrage angepasste Weiterführung vor.
Die bisherigen Erkenntnisse der Auswertung zeigen, dass das Angebot insgesamt gut angenommen wird. Im Durchschnitt werden derzeit rund 400 Einstiege pro Tag verzeichnet. Besonders stark frequentiert sind die Haltestellen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sowie am Römerplatz. Auch hinsichtlich der Tageszeiten lassen sich klare Nutzungsschwerpunkte erkennen: Die meisten Fahrgäste steigen in den Morgenstunden zwischen 7 und 8 Uhr sowie am Nachmittag zwischen 13 und 17 Uhr zu.
Gleichzeitig hat die Evaluierung gezeigt, dass es im laufenden Betrieb auch zu Einschränkungen kommt. Insbesondere im Bereich der Hängebrücke entstehen regelmäßig Verzögerungen, die sich auf die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der gesamten Linie auswirken. Darüber hinaus zeigt die Auswertung, dass einzelne Streckenabschnitte nur in geringem Umfang genutzt werden. So verzeichnet die Haltestelle Ilzbrücke lediglich sehr geringe Ein- und Ausstiegszahlen und weist im Vergleich zu anderen Haltepunkten eine deutlich geringere Nachfrage auf.
Vor diesem Hintergrund wird dem Ausschuss vorgeschlagen, die Altstadtbuslinie über den bisherigen Probezeitraum hinaus fortzuführen, jedoch in angepasster Form. Künftig soll die Linienführung auf den Abschnitt zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Römerplatz konzentriert werden. Die bisherige Schleifenfahrt zur Ilzbrücke soll entfallen, um die Strecke insgesamt zu straffen und einen stabileren Betriebsablauf zu gewährleisten. Mit dem Wegfall der Überfahrt über die Hängebrücke kann zudem wieder auf die regulären CityBus-Fahrzeuge zurückgegriffen werden, welche insbesondere im Hinblick auf die Barrierefreiheit beim Ein- und Ausstieg Vorteile für die Fahrgäste bieten.
Mit der geplanten Anpassung wird das Angebot gezielt an die tatsächliche Nutzung angepasst. Gleichzeitig soll die Erreichbarkeit der Altstadt weiterhin sichergestellt und der öffentliche Nahverkehr insgesamt verlässlicher und effizienter gestaltet werden.
In den vergangenen Jahren war das Angebot der CityBus-Linie schrittweise reduziert worden. Aufgrund geringer Fahrgastzahlen wurde der Betrieb im Jahr 2023 insbesondere in den Mittagsstunden eingeschränkt, samstags entfiel das Angebot vollständig. Mit der Sperrung der Hängebrücke für Fahrzeuge über 3,5 t Gesamtgewicht im vergangenen Jahr haben sich die Rahmenbedingungen jedoch grundlegend verändert: Seitdem fahren große Linienbusse die Altstadt nicht mehr direkt an. Die meisten Stadt- und Regionalbuslinien wurden über alternative Routen umgeleitet und bedienen die Haltestellen in der Altstadt seither nicht mehr.
Zur Aufrechterhaltung der ÖPNV-Anbindung verblieben zunächst lediglich der CityBus, die Kleinbuslinien K2 und K3 sowie zusätzliche Schulbusse im Altstadtbereich. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, das Angebot gezielt auszubauen und mit der Altstadtbuslinie eine verbesserte und verlässlichere Verbindung zu schaffen. Diese wurde zunächst befristet bis zum 30. Juni 2026 eingeführt und von Beginn an systematisch evaluiert. Das Ziel war es, dem Stadtrat rechtzeitig vor Ablauf des Probezeitraums eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen zu bieten.
Der Weiterbetrieb soll zunächst bis 31.12.2026 erfolgen. Zur Finanzierung sollen für das Haushaltsjahr 2026 überplanmäßige Mittel in Höhe von 75.000 Euro bereitgestellt werden. Oberbürgermeister Rother: „Da die Untersuchungen und eine entsprechende Umsetzung von Maßnahmen an der Hängebrücke weiter andauern, ist beabsichtigt, dem Stadtrat für das Haushaltsjahr 2027 vorzuschlagen, weitere Mittel bereitzustellen und das Angebot weiter zu verlängern.“
