Kommunale Wärmeplanung Stadt Passau
Ergebnisse der Eignungsprüfung veröffentlicht
29.07.2025
Die Stadt Passau hat im November 2024 mit der kommunalen Wärmeplanung begonnen und sich damit auf den Weg gemacht, die Wärmeversorgungsmöglichkeiten bis 2045 zu erarbeiten. Mit Unterstützung der beauftragten Planungsbüros PLAN-WERK Stadtentwicklung aus Nürnberg und ARC+ aus Regensburg wird aktuell ein strategischer Fahrplan entwickelt.
Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Mit der kommunalen Wärmeplanung schaffen wir eine fundierte Grundlage für eine klimafreundliche, wirtschaftliche und zukunftssichere Wärmeversorgung in unserer Stadt. Gemeinsam mit Fachleuten, lokalen Akteuren und der Bevölkerung wollen wir tragfähige Lösungsvorschläge entwickeln, wo dies möglich ist. Die Ergebnisse der Eignungsprüfung sind hierfür ein wichtiger erster Schritt.“
Hintergrund der kommunalen Wärmeplanung ist das am 01.01.2024 in Kraft getretene Wärmeplanungsgesetz. Es verpflichtet Städte dazu, systematisch zu analysieren, wie der Wärmebedarf von Wohngebäuden, Gewerbe, Industrie und öffentlichen Einrichtungen in Zukunft möglichst treibhausgasarm gedeckt werden kann. Denn rund 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die Erzeugung von Wärme und Kälte – bisher größtenteils durch fossile Brennstoffe.
Die Stadt Passau hat im Juli 2023 den Antrag auf Förderung für die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans gestellt. Dieser wurde im September 2024 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz genehmigt. Danach erfolgte die Ausschreibung für das Planungsbüro und die Vergabe des Auftrags. Ende des Jahres 2024 wurden die ersten Gespräche geführt und eine Vorgehensweise vereinbart. Im ersten Schritt erfolgte dann die Datenerhebung und Aufbereitung der erforderlichen Daten. Daraufhin wurde nun die Eignungsprüfung durchgeführt, bei der das Stadtgebiet in 80 Teilgebiete unterteilt und auf ihre grundsätzliche Eignung für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung über Wärme- oder Wasserstoffnetze untersucht wurde. Die Bewertung erfolgte anhand gesetzlich definierter Kriterien wie Wärmedichte, vorhandene Infrastruktur und potenzielle Energiequellen, sowie erhöhtem Einsparpotenzial. Die Analyse ergab erwartungsgemäß, dass insbesondere innerstädtische Bereiche für eine zentrale Wärmeversorgung geeignet wären, während eher dörflich geprägte Ortsteile und Einfamilienhäuser für dezentrale Lösungen geeignet sind, wie zum Beispiel Einzelwärmepumpen oder Biomasseheizungen.
Gebiete mit besonders hohem Sanierungsbedarf wurden ebenfalls identifiziert. Dort wären zusätzlich gezielte energetische Modernisierungsmaßnahmen erforderlich, um die Voraussetzungen für eine effiziente Wärmeversorgung zu schaffen. Für Gebiete, die bereits heute weitgehend mit erneuerbaren Energien versorgt werden oder kaum Wärmebedarf aufweisen, ist keine weitere Wärmeplanung erforderlich.
Gemäß des Wärmeplanungsgesetzes ist der kommunale Wärmeplan mindestens alle fünf Jahre zu überprüfen, um neue Entwicklungen bei Technologien und Infrastruktur, sowie ggf. geänderte rechtliche Rahmenbedingungen, zu berücksichtigen. Dementsprechend ist auch die Eignungsprüfung fortzuschreiben.
Nun beginnt die nächste Phase des Wärmeplans: die Bestandsanalyse und die Potenzialanalyse. Dabei werden unter anderem aktuelle Wärmeverbräuche, bestehende Energieinfrastrukturen sowie mögliche erneuerbare Energiequellen untersucht. Auf dieser Grundlage wird ein Zielszenario entwickelt, das den Pfad zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 aufzeigen soll. Auch Zwischenziele für die Jahre 2030, 2035 und 2040 werden darin abgebildet. Parallel dazu wird eine Umsetzungsstrategie erarbeitet, die Maßnahmen und Prioritäten festlegt.
Die Stadt Passau setzt bei der Erstellung des Wärmeplans auf den Dialog mit lokalen Fachakteuren wie z. B. Energieversorgern und Netzbetreibern. Geplant sind unter anderem Experteninterviews sowie drei Akteur-Workshops, um vorhandenes Wissen in die Planung einzubinden. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden über den Fortschritt informiert. Die Ergebnisse der aktuellen Eignungsprüfung sind auf der Homepage der Stadt Passau einsehbar.
