Förderverein Oberhausmuseum Passau e.V. finanziert Restaurierung eines großen Porträtgemäldes aus dem Bestand des Oberhausmuseums
12.02.2025
Nach umfangreicher Restaurierung ist das Gemälde „Weibliches Porträt in Reitkostüm“, von Ludwig Fleischmann, gefertigt 1900 in Berlin, nun wieder im Oberhausmuseum eingelangt. Das aufwändig gerahmte Leinwandbild hat die stattlichen Maße von nahezu drei Metern in der Höhe und eine Breite von 145 cm. Das Gemälde kam 1991 ins Oberhausmuseum. Es befand sich wohl seit dem Zweiten Weltkrieg auf dem Dachboden eines Gebäudes im Passauer Neumarkt. Dementsprechend verschmutzt waren Leinwand und Rahmen, es zeigten sich viele Fehlstellen in der Malschicht und der Fassung, diverse Ausbrüche und verloren gegangene Ornamente am Rahmen.
Entstanden am Fin de Siècle, zu einer Zeit als das Medium der Fotografie bereits eine bedeutende Rolle spielte, zeugt es – auch aufgrund der beeindruckenden Größe – vom Wohlstand der Auftraggeber. Nun konnte durch die Unterstützung des Fördervereins Oberhausmuseum Passau e.V. die umfangreiche Restaurierung durchgeführt werden. Nach Abschluss der Arbeiten zeigt sich der geschnitzte, vergoldete Rahmen in seiner ursprünglich beeindruckenden Form und die Qualität der Malerei ist wieder eindrücklich zu erkennen.
Ich bin glücklich, dass die Restaurierung des Porträtgemäldes erfolgen konnte. Wir sind dem Förderverein sehr dankbar, denn ohne dessen monetäre Unterstützung wäre es uns schlichtweg unmöglich gewesen, dieses Projekte umzusetzen.
Neben der Beteiligung am Erwerb des Vorlasses von Rudolf Huber-Wilkoff, dem Ankauf von vier Zeichnungen von Paula Deppe und der Restaurierung des Zunftzeichens der Maurer, war die Restaurierung des Gemäldes das umfangreichste Engagement des Fördervereins im Jahr 2024. Insgesamt wurden über € 13.000 investiert. 2025 ist u.a. die Restaurierung des männlichen Gegenstücks „Männliches Porträt im Reitdress“, das 12 Jahre früher von Ludwig Fleischmann gefertigt wurde, geplant.
Über den Maler Ludwig Fleischmann ist wenig bekannt. Er wurde vermutlich 1854 in München geboren und studierte wahrscheinlich ab 1887 an der Münchner Akademie. In Berlin nach 1900 verliert sich jegliche Spur. Auch die auf den beiden Gemälden abgebildeten Personen sowie die Besitzverhältnisse sind bis dato ungeklärt und sollen im Rahmen des Projekts zur Provenienzforschung näher untersucht werden.
