Verleihung des Ehrenrings und des kulturellen Ehrenbriefs der Stadt Passau

Feierlicher Festakt im Großen Rathaussaal

15.11.2024

Oberbürgermeister Jürgen Dupper hat gestern in einem feierlichen Rahmen Rosemarie Weber, Basil H.E. Coleman und Gerhard Bruckner in Würdigung ihrer hervorragenden Verdienste um die kulturellen Belange der Stadt Passau den Kulturellen Ehrenbrief verliehen. Der Stadtrat der Stadt Passau hat darüber in seiner Sitzung am 10.06.2024 beschlossen. 

Armin Dickl wurde in diesem Rahmen der Ehrenring überreicht. Am 13. Februar 2023 hat der Passauer Stadtrat einstimmig beschlossen, dem Stadtrat Armin Dickl, mit dem Ehrenring der Stadt Passau zu würdigen. Gemäß den Richtlinien vom 14. Januar 1981 wird den Stadtratsmitgliedern nach zwei Amtsperioden bzw. in der Mitte der dritten Amtsperiode in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um das Wohl der Stadt Passau diese Auszeichnung zuteil.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper  hob mit vier Laudationes, welche folgend auszugsweise abgedruckt sind, den Einsatz der zu ehrenden Persönlichkeiten hervor und bedankte sich für deren Einsatz zum Wohle der Dreiflüssestadt.

Rosemarie Weber

Frau Rosemarie Weber wurde am 26. November 1956 in Grafenau geboren. In ihrer Schulzeit erlangte sie einen Abschluss an der Mayfield High-School in Las Cruces, New Mexiko, und das Abitur am Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium in Grafenau. Im Anschluss absolvierte sie ein Jura-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Referendariat legte sie in Landshut und Passau ab. Mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen in der Tasche arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht der Universität Passau. 1988 erlangte sie die Zulassung als Rechtsanwältin. Seit 2006 ist sie in einer Bürogemeinschaft inmitten der Innenstadt tätig.

Frau Weber hat nicht nur zahlreiche Vereinsmitgliedschaften vorzuweisen, sondern auch einige ehrenamtliche Funktionen übernommen. 2014 zog sie für die CSU in den Passauer Stadtrat ein und stellte sich als 1. stellvertretende Fraktionsvorsitzende zur Verfügung, ein Amt, das sie bis heute innehat.

Rosemarie Weber ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Museums Moderner Kunst, Justiziarin des Bayerischen Roten Kreuzes Kreisverband Passau, Missbrauchsbeauftragte des Bistums Passau und Ethikbeauftragte der Malteser. Außerdem engagiert sie sich für die 1952 gegründeten Festspiele Europäische Wochen Passau. 

Frau Weber wuchs in einer überaus musikaffinen Familie auf, lernte schon als Kind Klavier, Geige und Bratsche und war Mitglied mehrerer Chöre. Zu den Europäischen Wochen kam sie durch ihren damaligen Lehrer Werner Reinisch, der seit 1972 im EW-Vorstand war und Busfahrten von Grafenau zu den Veranstaltungen organisierte. Frau Weber nahm regelmäßig an diesen Fahrten teil und genoss dabei vor allem die Theateraufführungen. Herr Reinisch hat für seine Verdienste vor zwei Jahren den Kulturellen Ehrenbrief der Stadt Passau erhalten und gehört heute zur Entourage von Frau Weber.

Sie erfreute sich aber nicht nur an den schönen Dingen, die die Europäischen Wochen zu bieten hatten und haben, sondern übernahm auch Verantwortung. So wurde sie 2003 Schriftführerin und damit Vorstandsmitglied. 2013 musste sich der damalige Vorsitzende Willi Schmöller aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Zunächst fand sich niemand, der dieses äußerst zeitintensive und verantwortungsvolle Ehrenamt übernehmen wollte. Frau Weber sprang schließlich ein und führte den Verein kommissarisch weiter. Damit rettete sie das prestigeträchtige und überregional wichtige Festival zum ersten Mal. Bei der turnusmäßigen Wahl 2015 wurde sie zur regulären 1. Vorsitzenden gewählt – und ist es nach der Wiederwahl 2020 bis zum heutigen Tag geblieben.

Herausforderungen gab es in dieser Zeit einige. So dauerte es nach dem Ende der langjährigen Intendanz von Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg 2011 sieben Jahre, bis sich mit Dr. Carsten Gerhard wieder eine gewisse Konstanz in dieser wichtigen Position einstellte. Gleichwohl haben sich in der Zwischenzeit gleich in mehrerlei Hinsicht Probleme aufgetan, die es seitens des Vorstands zu lösen galt. Das größte war dabei sicherlich die finanzielle Schieflage, die sich bei einem jährlichen Etat von durchschnittlich 1,5 Millionen Euro eingestellt hatte. Mit klarem Sachverstand und unermüdlichem Einsatz schaffte es Frau Weber jedoch, Kultur und Finanzen des Festspielvereins auf einen Nenner zu bringen. So konnte dieser stabil und nachhaltig gesichert in das neue Jahrzehnt überführt werden, die Festspiele stehen bis zum heutigen Tag inhaltlich und strukturell auf festen Füßen. Die Rettung dieser Passauer Kulturinstanz ist Frau Weber also ein zweites Mal gelungen.

Daran konnte auch Corona nichts ändern. Kurzerhand verschob man 2020 das Festival einfach in den Herbst. Auch 2021 trotzte man der Pandemie und machte im Rahmen der Möglichkeiten einfach das Beste daraus, sehr zur Freude des damals umso dankbareren Publikums. Schon bei den Jubiläumsfestspielen 2022 wurde beim Ticketverkauf wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht.

2019 konnte Frau Weber noch ein weiteres Herzensprojekt realisieren: den Umzug des Festspielbüros ins Zentrum, wo auch ein eigener Konzertsaal zur Verfügung steht. Damit sind die Europäischen Wochen wieder im Herzen der Stadt Passau angekommen.

Basil H. E. Coleman

Basil H.E. Coleman wurde am 1. Mai 1963 in London, geboren. Seine Mutter Elisabeth-Donata war eine Prinzessin Reuß zu Köstritz, sein Vater Peter Everard ein anglikanischer Bischof. Sein gediegenes britisches Wesen kommt also nicht von ungefähr. Dazu hat sicher auch seine Ausbildung am Keble College der Oxford University beigetragen, die er mit dem Master of Arts der Musik abschloss. Dabei hatte er sich auf die Instrumente Orgel, Klavier, Geige und Posaune spezialisiert. Das Diplom als Kapellmeister erwarb er am Konservatorium der Stadt Wien, also in der Hochburg der klassischen Musik, was er als großes Glück empfand, zumal hier seine Mutter geboren war und auch geheiratet hatte. Nach Stationen an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, am Münchner Gärtnerplatztheater und an den Städtischen Bühnen Augsburg, kam er 1997 schließlich als Erster Kapellmeister zur Musikalischen Abteilung des Landestheaters Niederbayern, das damals noch Südostbayerisches Städtetheater hieß. Inzwischen hatte er seine Frau Stephanie kennengelernt und geheiratet, die ihm 2002 die heute anwesenden Zwillinge Balthasar und Caspian schenkte.

Im Jahr 2000 hatte Herr Coleman noch einen Abstecher an die 1. Bayerischen Theaterakademie August Everding in München unternommen, wo er als musikalischer Leiter der Musical-Abteilung fungierte. 2001 kehrte er jedoch in unsere Dreiflüssestadt zurück und wurde zum Musikdirektor des Landestheaters Niederbayern ernannt.

Als künstlerischer Leiter der etwa 120 Beschäftigte umfassenden Musikalischen Abteilung setzte Basil Coleman neue Akzente und begründete neue Formate. Unter seiner Leitung gewann das Orchester hinsichtlich Umfang, Anspruch und Leistung deutlich an musikalischem Format. Nicht umsonst erfolgte 2005 die Namensänderung des Orchesters in Niederbayerische Philharmonie und seine Ernennung zum Generalmusikdirektor.

Als solcher rief Basil Coleman eigene Musikreihen ins Leben wie sinfonische Konzerte, Kammermusikreihen oder „Ars Sacra“. Ergänzend dazu präsentierte er sich mit weiteren Musikern auf den Passauer Bühnen in neuen Ensembles wie den „Rocking Claws“ und „The Prince Episcopal Hot Five“. Für seinen künstlerischen Eifer und sein Gespür für den Geschmack des Publikums stehen beispielhaft die Rat-Pack-Revuen „Colemans Eleven“ (2017/18) und „Colemans Twelve“ (2023/24), unzählige Musical-Produktionen von „My Fair Lady“ bis „Jesus Christ Superstar“, besondere Formate auch für Kinder wie die Christmas-Panto-Reihe oder die zahlreichen Seniorenkonzerte auf Schloss Freudenhain und in der Redoute. Daneben wurden unter seiner musikalischen Leitung auch neue Spielorte entdeckt. Dabei ist in besonderer Weise der Innenhof der Veste Oberhaus zu nennen, der seit 2008 als Kulisse für die alljährlichen Freilichtaufführungen unter dem Namen Burgenfestspiele Niederbayern dient.

Als Dirigent verfügt Herr Coleman über ein breites Repertoire, das von Mozart bis in die Moderne reicht. Seine Schwerpunkte liegen auf der italienischen Oper und der spätromantischen deutschen Musik. Große überregionale Aufmerksamkeit erlangte er mit der Aufführung sämtlicher Opern von Vincenzo Bellini von 2008 bis 2015. Ein Jahr später fand unter seiner musikalischen Leitung die niederbayerische Erstaufführung von „Tristan und Isolde“ statt, die zu einem großen Erfolg wurde. Ab 2019 brachte er mit Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ ein weiteres Großprojekt auf die Bühne, das Kritiker und Publikum gleichermaßen begeisterte. Heuer durften wir mit dem „Thannhäuser“ die Premiere einer weiteren Wagner-Oper erleben.

Auch außergewöhnliche Herausforderungen wie das Jahrhunderthochwasser vom Juni 2013 meisterte Basil Coleman unbeeindruckt. Während das Stadttheater für ca. 3,3 Millionen Euro hochwassersaniert wurde, führte er den Spielbetrieb in der Dreiländerhalle fort. Selbst die Corona-Pandemie entlockte ihm 2020 im PNP-Interview nur ein trockenes „Ich sehe hier überhaupt keine Problematik“. Die Krisensituation relativierte er für sich persönlich mit den Erlebnissen seiner Mutter im Zweiten Weltkrieg. Für uns alle und auch das Kulturleben war das eine schwere Zeit, aber am Landestheater Niederbayern bemühte man sich stets, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Umso dankbarer zeigte sich das Publikum bei jeder einzelnen Vorstellung bis endlich der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden konnte.

Herrn Colemans Disziplin lässt sich auch an einer persönlichen Facette ablesen. Während früher die Zigarette sein ewiger Freund war, wie er selbst sagte, ist mittlerweile Sport seine Passion. Laufen oder Radfahren bereits vor den Orchesterproben ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, selbst die Marathondistanz gehört hier zu seinem Repertoire. „Balance“ ist es, was er sich zum Ziel gesetzt hat.

Mit seiner professionellen Einstellung, den umfangreichen und stets abwechslungsreichen Programmen sowie seinen vielfältigen Aktivitäten versteht es Basil Coleman seit über 20 Jahren, die Begeisterung des Publikums immer wieder aufs Neue zu entfachen. Hinzu kommt sein ehrenamtliches Engagement, etwa als Mitglied des Beirats des Europäischen Jugend Musik Festivals Passau e.V. und des Stiftungsrates der Stiftung Europäisches Haus – Konzerthaus Passau. Für seine Verdienste erhielt er 2020 die Auszeichnung „Pro Meritis Scientiae et Litterarum“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Gerhard Bruckner

Gerhard Bruckner wurde am 8. Oktober 1961 in Passau geboren. Er besuchte die Klosterschule Fürstenstein und wechselte im Anschluss an das Maristengymnasium Fürstenzell. Seine Gymnasiallaufbahn brach er allerdings vorzeitig ab, weil er es vorzog, mit Menschen zu arbeiten. So absolvierte er mit 17 Jahren eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher und arbeitete im Anschluss fünf Jahre lang bei der Lebenshilfe Passau für Menschen mit Behinderung e.V. Aufgrund dieser Erfahrung lud ihn die Passauer Volksbühne ein, in Felix Mitterers zeitkritischem Theaterstück „Kein Platz für Idioten“ den behinderten Wastl zu spielen, was ihm ein ganz besonderes Theatererlebnis bescherte.

Das Theater war zu seiner großen Leidenschaft und Lebensaufgabe geworden, die ihn 1993 schließlich nach Köln führte, um Theaterpädagogik zu studieren. Zurück in Passau übernahm er ab 1996 im Umfeld des Scharfrichterhauses die Regieassistenz unter Sigi Zimmerschied für die Inszenierung der Kabareske „Ödipum, Carmen und der Burana“ sowie die Regie für Manfred Kempingers Programme „Irreparabel“ (1998) und „Deutschkopf“ (2000) und begleitete Projekte von Rudi Klaffenböck. 2000 führte er auch Regie bei dem Stück „Der Herr Karl“, einer Auftragsproduktion der Europäischen Wochen mit Barbara Dorsch.

Schon 1995 gründete Gerhard Bruckner das Theater EigenArt, dessen künstlerisches Ziel es bis heute ist, Experimente zu wagen und Theater fernab von Gewohntem zu entwickeln. Er wollte und will Bühnenerlebnisse schaffen, die berühren, und sich ins Leben einmischen. Die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Disziplinen und interessierten Menschen war und ist bis heute ein wichtiger Anteil der Konzeption des Theaters EigenArt. Zahlreiche Auszeichnungen und Einladungen zu (Kinder-)Theaterfestivals für die verschiedenen Stücke des Theaters EigenArt folgten. International führten ihn Gastspiele bis nach Kasachstan und Kirgistan, in diesem Fall auf Einladung des Goethe-Instituts. Theaterpädagogische Projekte an diversen Schulen in der Stadt Passau und der Region runden sein außerordentliches Engagement im Bereich der freien Theaterszene ab.

Im Jahr 1998 startete Gerhard Bruckner das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Projekt Theater Brût in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Passau. Mit Schauspielerinnen und Schauspielern aus deren Wohnbereichen erarbeitet und inszeniert er einfühlsame und berührende Theaterproduktionen, die ebenfalls zu zahlreichen Einladungen bei nationalen und internationalen Theaterfestivals führten. Die selbst erarbeiteten Theaterstücke können ohne Druck entstehen. Herr Bruckner lässt die Schauspielerinnen und Schauspieler mit Behinderung in Rollen schlüpfen, die ihnen auf den Leib geschneidert scheinen. Wichtige Voraussetzung bei der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung ist für ihn, dass die Theaterarbeit genau so entwickelt wird wie mit nicht behinderten Menschen, auch in Hinblick auf Aufführungen im öffentlichen Raum. Auf bereits fünf von Kritikerlob reichlich gesegnete Eigenproduktionen kann das Theater Brût seit Beginn des Projekts zurückblicken: „Aus dem Rahmen gefallen…“ (2001), „Abfahrt 28.76 Uhr“ (2005), „Verrückte Stühle“ (2009), „Draußen vor der Heimat“ (2012) und „Muuuh!“ (2015).

„Gerade pädagogisches Theater kann behinderten Menschen viel bei der Bewältigung ihrer Lebensprobleme helfen“, sagte Herr Bruckner einmal. Er darf sich bestätigt fühlen, denn seine Schauspielerinnen und Schauspieler sind immer mit Feuereifer bei der Sache. In einem PNP-Bericht von 2009 wird eine davon mit den Worten zitiert: „I bin immer so glücklich beim Theaterspielen. Und der Gerhard is a ganz a lieber Mann.“ Das entspricht dem, was ihn zu seiner Arbeit antreibt „weil diese Menschen mir so ein Wohlwollen entgegenbringen und mit so einer Lust spielen. Mit welcher anderen Gruppe könnte ich zwei Jahre lang an einem Stück mit 40 Minuten arbeiten?“

Dass Theaterspielen harte Arbeit ist, lässt Herr Bruckner sie aber ebenfalls spüren. „Der Gerhard ist eine Nervensäge. Weil er uns ned ausschlafen lasst“, sagte nämlich ein anderer seiner Schützlinge. Auf seine Motivation angesprochen, erwiderte ein weiterer: „Man kann so gut abschalten. Alles in einen Sack tun und weg.“ Herr Bruckner verfolgt dabei im Übrigen nicht nur einen inklusiven Ansatz, sondern verbindet damit explizit einen künstlerischen Mehrwert für die Stücke und das Publikum. Er formulierte das 2002 in der PNP so: „Es“ – damals war das Stück „Aus dem Rahmen gefallen…“ gemeint – „will die Behinderungen nicht verstecken, sondern auch die Qualitäten zeigen, die sich dahinter verbergen können.“ Auf den Punkt brachte er es noch mal 2009: „Die Leute sollen nicht kommen, weil da Behinderte spielen. Der Behindertenbonus interessiert mich nicht.“ Der überwältigende Erfolg gibt ihm recht, die Aufführungen erfreuten sich stets großer Resonanz.

Die Corona-Pandemie machte Gerhard Bruckner schwer zu schaffen. Seine drei Standbeine Theater EigenArt, Theater Brût und sein seit 2014 bestehender Lehrauftrag für Schulspiel bzw. Szenisches Spiel an der Professur für Kunstpädagogik und Visual Literacy der Universität Passau brachen abrupt weg. Bedrohlich lange fielen diese Tätigkeiten, die eben gerade die Nähe zwischen den Menschen erfordern, dem notwendigen Distanzgebot zum Opfer. Zum Glück konnte Herr Bruckner auch diese Phase überstehen und 2021 die Neuausrichtung des Theaters Brût ankündigen.

Gerhard Bruckner leistet nicht nur einen erheblichen Beitrag zur städtischen freien Theaterszene, auch die Möglichkeiten von Inklusion im Kulturbereich erreichen durch seine Arbeit eine neue Dimension. In Anerkennung dieser Leistung wurden ihm bereits 2008 der Kulturpreis des Landkreises Passau und 2011 der Kulturpreis Bayern der EON AG und des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst verliehen.

Armin Dickl

Armin Dickl ist am 23. Mai 1982 in Passau geboren. Nach Fachoberschule und Grundwehrdienst absolvierte er ein Studium an der Fachhochschule Deggendorf. Seit 2009 ist er als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Mit seiner Frau Maren hat er Zwillinge, Anton und Paul. 

Seine ersten Sporen im Ehrenamt verdiente sich Armin Dickl im bereits erwähnten Jugendbeirat, zu dessen Vorsitzenden er 2001 gewählt wurde.

In die Politik kam er dann über die Junge Union Passau-Stadt. 2003 wurde er zu deren Vorsitzenden gewählt. Damit ging seine sechsjährige Amtszeit im Jugendbeirat zu Ende, um das Gremium politisch neutral zu erhalten.

2008 trat er dann erneut bei den Stadtratswahlen an, es sah allerdings zunächst wieder nicht gut aus. In der PNP gestand er, dass er am Wahltag um 2 Uhr früh sehr frustriert den Heimweg angetreten habe. Erst eine halbe Stunde später wurde er informiert, dass er es doch geschafft hatte. Er war damals noch keine 26 Jahre alt und damit das jüngste Mitglied des Gremiums.

2011 gab er den Vorsitz des JU-Kreisverbands Passau-Stadt ab, dafür übernahm er die Führung des Heininger CSU-Ortsverbands. Lediglich ein Jahr später wurde er einstimmig zum Nachfolger von Clemens Damberger an die Spitze der Stadtratsfraktion gewählt, nachdem er schon seit 2009 als Geschäftsführer und Pressesprecher der Fraktion fungiert hatte. Trotz seines immer noch jungen Alters stellte er sich dieser Verantwortung, ein Wesenszug, der sich wie ein roter Faden durch sein öffentliches Leben zieht.

In dieser Zeit hat sich Armin Dickl mit seiner Fraktion bei verschiedenen Themen engagiert. Beispielhaft möchte ich die Sperrzeitsatzung, den Verkehrsentwicklungsplan, den Kreisverkehr in der Steinbachstraße, das Baugebiet Thann inklusive dem neuen Feuerwehrgerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Heining, den Bau der neuen Mehrfachturnhalle, die Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte, den Kreisverkehr an der Kreuzung Neuburger Straße, Leonhard-Paminger-Straße und Am Fernsehturm und das sogenannte Handyparken nennen.

Armin Dickl machte sich im August 2024 als Vertreter des Oberbürgermeisters mit einer Städtischen Delegation zum 40. Städtepartnerschaftsjubiläum nach Akita auf, um die Stadt Passau zu repräsentieren. Hier nahm er an den offiziellen Feierlichkeiten teil und stärkte das freundschaftliche Band zwischen Passau und Akita.

Armin Dickl  war zwischenzeitlich Mitglied in den Ausschüssen für Bauen und Liegenschaften, Finanzen, Ordnung, Verwaltung und Personal sowie im Rechnungsprüfungsausschuss. Seit 2020 fungiert er als Vorsitzender der Ausschüsse für Schulen, Sport und Freizeit, Soziales und Senioren sowie Kinder, Jugend und Familie nach vorheriger Mitgliedschaft. Dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität beziehungsweise Stadtentwicklung und Verkehr gehörte er von 2008 bis vor wenigen Wochen an. Seit kurzem ist er Mitglied im Ausschuss für Finanzen, im Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Gesundheit sowie im Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Arbeit.

Sitz und Stimme hatte er in der Vergangenheit auch im Aufsichtsrat der Passau Event GmbH, im Sicherheitsbeirat und im Regionalen Planungsverband.

Als ehrenamtlicher Verwaltungsrat engagiert er sich für die Hans-Carossa-Grundschule in Heining und das Schulzentrum. Bisweilen hatte er dieses Amt auch für die damalige Volksschule St. Nikola inne.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper (6. von rechts) gemeinsam mit den Geehrten Rosemarie Weber (7. von rechts), Basil H.E. Coleman (5. von rechts), Gerhard Bruckner (8. von rechts) und Armin Dickl (4. von rechts), Landrat Raimund Kneidinger (2. von rechts), weitere Stellvertreterin des Oberbürgermeister Erika Träger (4. von links) sowie der Alt-Passauer Goldhaubengruppe.