Resolution zum Pumpspeicher Riedl
Stadtverwaltung informiert Ausschuss für Klima und Umwelt
12.06.2024
Der Ausschuss für Klima und Umwelt beschäftigt sich in seiner kommenden Sitzung am 17.06.2024 mit der energiewirtschaftlichen Maßnahme „Energiespeicher Riedl“. Dem Gremium wird vorgeschlagen, eine Resolution mit dem Inhalt zu beschließen, dass das Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung des Energiespeichers Riedl unter bestmöglicher Berücksichtigung der berechtigten Interessen aller Beteiligten weiterbetrieben und das Vorhaben schnellstmöglich realisiert werden soll.
Leistungsfähige Energiespeicher sind unverzichtbar, um eine stabile Stromversorgung von Bevölkerung und Wirtschaft auch aus regenerativen Energiequellen sicherstellen zu können. Ich hoffe deshalb, dass das notwendige Genehmigungsverfahren zu diesem Großprojekt baldmöglichst abgeschlossen und darauf folgend mit dem Bau begonnen werden kann. Ohne weitere Energiespeicher wird die Energiewende nicht gelingen.
Das komplexe Projekt wurde 2009 erstmals vorgestellt und zählt zu den größten energiewirtschaftlichen Vorhaben in Niederbayern. Die Donaukraftwerk Jochenstein AG plant hierzu nahe des bestehenden Wasserkraftwerks Jochenstein auf dem Gebiet der Marktgemeinde Untergriesbach die Errichtung und den Betrieb eines Pumpspeicherkraftwerks mit einer Leistung von 300 Megawatt und einer Investitionssumme von rund 400 Millionen Euro.
Ein fertiger Energiespeicher Riedl würde bei Inbetriebnahme eine disponible Jahresarbeit von 550 GWh und eine Leistung von +/- 300 MW erzeugen. Der Energiespeicher kann bei vollem Speicher und einem Speichervolumen von etwa 3.500 MWh rund 57.000 Haushalte eine Woche lang, bzw. rund 900.000 Haushalte eine Nacht lang mit erneuerbarer Energie versorgen. Bei einem Betrieb würden jährlich 55.000 Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden. Daraus resultiert eine Einsparung an Klimafolgeschäden von jährlich 15,8 Millionen Euro. Aufgrund der engen Verbindung zwischen deutschem und österreichischem Strommarkt profitieren auch deutsche Verbraucher von einer Inbetriebnahme des Energiespeichers. Zudem können mit großdimensionierten Energiespeichern stabile Stromnetze sichergestellt und Klimapolitische Ziele (welche u.a. auch im Klimaschutzkonzept der Stadt Passau verankert sind) erreicht werden.
Seit 2012 läuft das Planfeststellungsverfahren für das Großprojekt. Im Zuge dessen erfolgte u.a. die öffentliche Auslegung mit Möglichkeit zu Stellungnahmen und Einwendungen von den jeweiligen Beteiligten. Zudem fanden fachliche Abstimmungen zu Immissionsschutz und Gewässerökologie sowie Erörterungstermine im Planfeststellungsverfahren statt. Derzeit läuft der Abwägungsprozess zur Entscheidungsfindung bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Passau.
