Planungen Kiesabbau „Untersimboln“
Stadt Passau erarbeitet Stellungnahme für Verfahren und unterstützt Anlieger aus Witzmannsberg und Zieglreuth
22.03.2024
Es gibt wiederholte Planungen auf einer forstwirtschaftlichen Fläche nördlich des Ortsteils Witzmannsberg bzw. Zieglreuth Quarzkiesabbau zu betreiben. Konkret geht es um mehr als 10 ha Wald und mehr als 25 ha Fläche, die dafür in Anspruch genommen werden soll. Aufgrund des durchzuführenden Planfeststellungsverfahrens, liegt derzeit der Entwurf des Rahmenbetriebsplans öffentlich bei der Gemeinde Salzweg aus.
Die Anlieger aus Witzmannsberg und Zieglreuth haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Einwände gegen die Planungen zu äußern. Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Vertreter der Passauer Stadtratsfraktionen unterstützen die Betroffenen bei der Wahrung ihrer Interessen. Aus diesem Grund hat heute ein Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten stattgefunden.
Die Stadt steht dem Vorhaben äußerst kritisch gegenüber. Alleine was die Erschließung der Fläche anbelangt sehen wir die Gefahr gegeben, dass tonnenschwere Fahrzeuge durch die nicht dafür ausgelegten Siedlungsstraßen fahren, wie das andernorts auch schon der Fall ist. Zudem geht mit dem enormen Flächenbedarf ein sehr wichtiges und beliebtes Naherholungsgebiet unwiederbringlich verloren, das die Lebensqualität der dortigen Wohnbevölkerung und auch die zusammenhängende Natur- und Waldfläche erheblich beeinträchtigt.
Zusätzlich zu der Unterstützung der Anwohner bereitet die Stadt Passau aber auch eigenständige Stellungnahmen für das Verfahren auf. Insbesondere bestehen Berührungspunkte, weil das Vorhaben im Widerspruch zum Regionalplan Donau-Wald steht. Darin ist u. a. geregelt, dass es sich bei der betroffenen Fläche um ein landschaftliches Vorbehaltsgebiete (sog. Landschaftsbildraum Ilz-Erlauer Hügelland) handelt, welches zum Schutz empfindlicher Landschaften und des Naturhaushaltes beitragen soll. In diesen Gebieten kommt dem Erhalt der Freiraumfunktionen und den gebietsspezifischen Erhaltungs- und Entwicklungszielen von Naturschutz und Landschaftspflege ein besonderes Gewicht gegenüber anderen Nutzungsansprüchen zu.
Zudem ist die Stadt Eigentümerin eines unmittelbar an die geplante Abbaufläche angrenzenden Grundstücks. Durch den Abtrag des Geländes drohen oberflächenwasserschädliche Einflüsse und artenschutzrechtliche Auswirkungen, die in jedem Fall im Vorfeld zu untersuchen sind.
Als dritter wesentlicher Punkt beabsichtigt die Stadt Passau Einwände in Bezug auf die Erschließung einzureichen. Es ist zwar grundsätzlich geplant, den Hauptverkehr über eine nördliche Achse zu führen, dennoch besteht die begründete Gefahr, dass - je nach Quell- und Zielverkehr - auch der Weg durch die Siedlungsstraßen in Witzmannsberg und Zieglreuth als attraktive Ausweichroute in erheblichem Maße genutzt wird.
Die Einwendungen können bei der Gemeinde Salzweg bis 12.04.24 eingereicht werden.
