Bedarfsplanung bei Kindergarten- und Krippenplätzen
Erweiterung um fast 400 zusätzliche Plätze innerhalb der letzten Jahre
18.10.2024
Da es regional, aber auch deutschlandweit bei der Kinderbetreuung einen stetig wachsenden Bedarf gibt, informiert die Verwaltung den Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie in seiner kommenden Sitzung am 23.10.2024 über den aktuellen Sachstand der Bedarfsplanung im Kindergarten- und Krippenbereich. In den Informationen werden sich insbesondere demografische Entwicklungen, Auslastungen bestehender Einrichtungen sowie künftige Wohnbauprojekte im Stadtgebiet wiederspiegeln.
Eine gute Kinderbetreuung ist ein erklärtes Ziel unserer Kommunalpolitik in Passau. Dazu gehören der kontinuierliche und konsequente Ausbau von Betreuungsplätzen sowie eine entsprechende Bedarfsplanung, die das Fundament einer Weiterentwicklung der Betreuungsstruktur bildet. Hierfür haben wir in der Vergangenheit große Investitionen getätigt und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt.
Die Kindergartenbedarfsplanung ist ein gesetzlicher Auftrag, der von der Stadt Passau sehr ernst genommen und regelmäßig durchgeführt wird. Als Ergebnis der Bedarfsfortschreibung wurden weitere Baumaßnahmen als bedarfsnotwendig anerkannt, wie z. B. die Errichtung eines Kindergartens mit 30 Plätzen im Kindergarten Walderlebnispark (2023), die Schaffung von 29 Krippen- und 25 Kindergartenplätzen im Passauer Kinderzentrum (2023), die Schaffung von 12 Krippenplätzen im Kinderhaus Stadtzentrum (2023) sowie die Erweiterung um 10 Krippenplätze im Kindergarten St. Josef (2025).
Bereits 2017 wurde vom Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie ein Bedarf von 200 zusätzlichen Krippen- und Kindergartenplätzen festgestellt. Dabei wurde neben der Entwicklung der Einwohnerzahlen auch künftig entstehender Wohnraum und die vermehrte Zuwanderung einbezogen. Die Auslastung der Kindertageseinrichtungen fließt ebenfalls in die Planungen ein. Seit 2017 konnten folgende Projekte umgesetzt werden, bzw. befinden sich noch in der Umsetzung:
- Inbetriebnahme einer Krippe in der Innstadt mit 30 Plätzen
- Erweiterung einer Kita mit 15 Krippen- und 52 Kindergartenplätzen im Städtischen Kinderhaus am Klinikum
- Erweiterung um 15 Krippenplätze im Kindergarten St. Franziskus
- Inbetriebnahme einer Kita mit 15 Krippen- und 52 Kindergartenplätzen im Naturkindergarten am Klinik
- Erweiterung um 15 Krippen- und 25 Kindergartenplätze im Kindergarten St. Konrad
- Erweiterung um 30 Krippen- und 25 Kindergartenplätze in der AWO-Kindertagesstätte Buchenstraße
- Umzug des Städtischen Kinderhauses mit Erweiterung um 7 Krippenplätze nach Kohlbruck.
Die Zwischensumme der in der Bedarfsplanung von 2017 vorgesehenen Baumaßnahmen zeigt, dass die Stadt ihren Auftrag zur Schaffung weiterer Plätze weit übertroffen hat.
In den vergangenen Jahren gelang es, beinahe 400 Plätze neu zu schaffen.
Die Bedarfsplanung im Herbst 2023 konnte Zahlen von 464 bewilligten Krippen- und 1.625 Kindergartenplätzen bei einer Belegung durch 1.846 Kinder ermitteln. Hierzu muss jedoch berücksichtigt werden, dass sich die Kindergärten für die Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren geöffnet haben. Diese U3-Kinder belegen rein rechnerisch 2 Kindergartenplätze. Auch die zahlenmäßig zwischenzeitlich auf knapp 60 angestiegenen Inklusionskinder in den Regeleinrichtungen bedeuten, dass rein rechnerisch mehr Plätze belegt sind.
Durch die gestiegene Kinderanzahl in den Einrichtungen sind inzwischen auch die Ausgaben im Kita-Bereich auf jährlich rund 23 Mio. Euro angewachsen, bei einer kommunalen Netto-Belastung von rund 11 Mio. Euro.
Die Geburtenzahlen in der Stadt Passau haben in den letzten fünf Jahren durchschnittlich jährlich 425 betragen. Laut statistischen Prognosen soll sich in den westdeutschen Flächenbundesländern in den nächsten Jahren keine wesentliche Steigerung mehr in der Altersgruppe 0-6 Jahre ergeben. Demzufolge kann sich die Zahl zunächst voraussichtlich noch leicht erhöhen, jedoch ab Ende des Jahrzehntes leicht sinken. Bis 2035 soll sie in etwa wieder auf dem aktuellen Niveau angekommen sein. Dabei spielt aber vor allem auch die künftige Zuwanderung eine gewichtige Rolle.
Um die baulich geschaffenen Betreuungsplätze überhaupt mit Leben füllen zu können, braucht es zudem zahlreiche Fach- und Ergänzungskräfte. Derzeit werden bei der Stadt Passau in fünf städtischen Einrichtungen 4 Praktikantinnen im Sozialpädagogischen Einführungsjahr, 4 Berufspraktikantinnen sowie 6 Praktikantinnen der praxisintegrierten ausgebildet. Zudem konnten in diesem Jahr zwei Assistenzkräfte über eine Weiterbildung die Qualifizierung zur Ergänzungskraft absolvieren. Insgesamt arbeiten bei der Stadt Passau 77 pädagogische Mitarbeiter
