Anspannung trifft auf Routine

Hochwassereinsatz der Katastrophenschutzbehörde der Stadt Passau

17.09.2024

Die Wettervorhersagen vermelden langanhaltende und starke Niederschläge, Dauerregen wird angekündigt – ein Szenario, das Markus Bieringer (Abteilungsleiter Katastrophenschutz der Stadt Passau) und seinem Team zwar noch keine Schweißtropfen auf die Stirn treibt aber dennoch den Startschuss gibt, um einen Automatismus in Gang zu setzen. Ein Automatismus, der aufgrund der vielen Erfahrungswerte zwar routinemäßig abläuft aber gleichzeitig auch immer wieder eine Herausforderung für den Katastrophenschutz bedeutet. Welches Ausmaß diese Herausforderung letzten Endes annimmt, zeigt sich jedes Mal erst im Laufe des Ereignisses.

Das aktuelle Hochwasser begann für die Abteilung Katastrophenschutz am Mittwoch, 11.09.2024. Seit diesem Zeitpunkt wurden die Prognosen der zuständigen Stellen Tag und Nacht verfolgt, Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt sowie Kraftwerksbetreibern vorgenommen und Strategien mit dem städtischen Bauhof, den Feuerwehren und vielen weiteren Stellen erarbeitet und umgesetzt. „Da bei uns u. a. im Hochwasserfall alle Fäden zusammenlaufen, sind wir rund um die Uhr im Einsatz. Letztendlich kann man nie zu hundert Prozent vorhersagen, was alles passieren kann. Deshalb ist es für die Bewältigung der Situation aber auch für die Leute da draußen unverzichtbar, dass rund um die Uhr ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Zudem ist es erforderlich, die Entwicklung der Flusspegel laufend zu beobachten, um zu jederzeit reagieren zu können.“, so der Abteilungsleiter Katastrophenschutz.

Beim aktuellen Hochwasser ist die Stadt Passau glücklicherweise glimpflich davongekommen. Der Höchststand in der Stadt wurde heute Mittag mit einem Pegel Passau Donau von knapp über 8 Meter erreicht. Seitdem sind die Wasserstände wieder rückläufig. Dieses Mal beschränkten sich die erforderlichen Maßnahmen unter anderem auf die Sandsackbereitstellung, die Gewährleistung der Sicherungsmaßnahmen, die Anordnung von Straßensperrungen und die laufende Kommunikation mit den verschiedensten Stellen.

Markus Bieringer: „Zwischendurch, als der Unsicherheitsbereich der staatlichen Prognosen nach oben hin noch deutlich größer war, blickten wir schon mit größerer Sorge auf die folgenden Tage. Als dann aber die Neuberechnungen veröffentlicht wurden, zeichnete sich schon ab, dass es für Passau ein „normales“ Hochwasser werden könnte. Da haben wir dann schon mal kurz durchgeschnauft. Das letzte größere Hochwasser im Juni ist schließlich erst gute 3 Monate her.“

Die Lage in den östlichen Ländern macht die Mitarbeiter der Stadt Passau durchaus betroffen, wissen sie schließlich nur zu gut, welch große Herausforderungen bei Flutmassen bewältigt werden müssen. Das Ende der Niederschlagsfront lässt jedoch auch hier Hoffnung aufkommen.

In der Stadt Passau werden nun die Aufräumarbeiten geplant. Schritt für Schritt sollen die vom Wasser freiwerdenden Bereiche vom Bauhof oder der Feuerwehr gesäubert und wieder für den Verkehr freigegeben werden. Bis alles fertig ist, wird es aber sicherlich bis Mittwochabend/Donnerstagfrüh andauern.

Für die Abteilung Katastrophenschutz ist der Einsatz aber noch nicht zu Ende. „Erst muss der bürokratische Teil abgewickelt werden, bevor wir einen Einsatz komplett schließen können. Im gleichen Zug müssen wir dann wieder Vorsorge treffen für den nächsten Einsatz, verbrauchtes Material nachordern und die Voraussetzungen wieder dafür schaffen, dass wir im Fall der Fälle sofort loslegen können.“, so Markus Bieringer.

Markus Bieringer (links) und sein Kollege Simon Weidinger. (Bildquelle: Stadt Passau)