Vorschläge für ÖPNV-Optimierungen werden der Öffentlichkeit vorgestellt

Bürgerbeteiligung startet ab Mitte Oktober

28.09.2026

Nach der Vorstellung der ÖPNV-Optimierungsvorschläge im Aufsichtsrat der SWP GmbH werden diese im Rahmen der Stadtratssitzung am Montag, 28.09.26 öffentlich präsentiert. ioki stellt dabei das mit der Verkehrsbetriebsgesellschaft Passau mbH (VBP) erarbeitete Einspar- und Digitalisierungskonzept vor.

 

Mit den jetzt vorliegenden Vorschlägen wollen wir transparent machen, wie eine zukunftsfähige Gestaltung des ÖPNV unter den
gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen aussehen kann. Uns ist bewusst, dass damit auch Einschnitte verbunden sein werden, die notwendigen Einsparungen lassen sich nicht vermeiden. Gleichzeitig möchten wir die weiteren Schritte nicht im Alleingang festlegen. Deshalb stellen wir die Überlegungen nun öffentlich vor und freuen uns darauf, mit den Bürgerinnen und Bürgern offen über die Vorschläge, ihre Auswirkungen und mögliche Alternativen zu diskutieren. Gerade die Erfahrungen der Menschen vor Ort sind dabei eine wichtige Grundlage für den weiteren Prozess.“

Andreas Rother - Oberbürgermeister

Die Zielsetzung des geplanten ÖPNV-Netzes lautete: maximale Einsparung von Fahrplankilometern bei gleichzeitig minimaler Auswirkung auf die Fahrgäste. Dazu wurden bestehenden Buslinien um- und neu geplant. Die größte Neuerung ist für sehr schwach genutzte Linien geplant. Dort soll auf einen On-Demand-Betrieb umgestellt werden. Das bedeutet, dass der Bus dort nur nach vorheriger Buchung mit verbindlichen Abfahrts- und Ankunftszeiten fährt.

Nach aktuellem Planungsstand wären bei dem Einsparkonzept konkret rund 10 % der Fahrgäste direkt von einer Umstellung betroffen. Fast alle Haltestellen könnten weiterhin bedient werden und alle Stadtteile wären ebenfalls weiterhin mindestens stündlich angebunden. Insgesamt behalten so 99 % aller Wege eine ÖPNV-Anbindung.


Ebenso wurde ein Augenmerk auf den Abend- und nachtverkehr gelegt. Hier könnten die Takte auf schwach nachgefragten Linien ausgedünnt oder manche Haltstellen nur noch per digitaler Buchung (On-Demand) bedient werden, um überflüssige Kilometer zu sparen. An den Wochenenden könnten ebenfalls Taktausdünnungen oder Kürzungen insbesondere am Tagesrand erfolgen und gleichzeitig aber die hochfrequentierten Zeiträume weiterhin gewohnt bedient werden. Der Schülerverkehr soll weitgehend unverändert bleiben.


Ergänzend sind eine bessere Fahrgastauskunft, ein neues Ticketsystem und eine gemeinsame App für den Passauer ÖPNV geplant.


Mit dem neuen ÖPNV-Konzept könnte die VBP GmbH rund 3 Mio. Euro der Betriebskosten und bis zu 12 Busse einsparen.

 

Bürgerbeteiligung
Im nächsten Schritt sollen nun die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Hierfür
sind die folgenden insgesamt fünf Informationsversammlungen* geplant:
- 13.10.26 Pfarrheim St. Peter
- 23.10.26 Gasthaus Auer
- 05.11.26 Gasthaus Aschenberger
- 11.11.26 Festsaal Gymnasium Freudenhain
- 17.11.26 Großer Redoutensaal

*(jeweils 19 Uhr; es erfolgen noch rechtzeitig vorher Einladungen über die Medien und Internetkanäle)


Im Rahmen der einzelnen Veranstaltungen werden federführend die Auswirkungen für den jeweiligen Stadtteil diskutiert.

Spätestens zum ersten Termin geht eine Online-Beteiligungsplattform live. Es wird sichergestellt, dass sich Bürgerinnen und Bürger auch analog beteiligen können. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, die Alltagstauglichkeit des Entwurfs zu prüfen, auf problematische Auswirkungen hinzuweisen und Alternativen einzubringen, insbesondere zur Prioritätensetzung und zu besonders sensiblen Bereichen.

Ausgangspunkt der Beteiligung ist der gemeinsam von den Verkehrsexperten der Stadtwerke Passau und ioki erarbeitete Entwurf des neuen ÖPNV-Netzes in Passau.

Nach Abschluss der Beteiligung werden die Ergebnisse fachlich abgewogen und öffentlich vorgestellt. Auch der Stadtrat wird im weiteren Verfahren beteiligt. Am Ende des Prozesses soll transparent dargestellt werden, welche Anregungen aus der Bürgerbeteiligung aufgenommen werden konnten, welche Änderungen daraus entstanden sind und welche Vorschläge ggf. nicht umgesetzt werden können.



Innovation – Real-Labor Passau
Darüber hinaus unterstützt ioki die Stadt Passau dabei, den ÖPNV auch über die aktuellen Einsparungen hinaus zukunftsfähig zu machen. In Abstimmung mit der Stadt ist ein rund einjähriges Real-Labor geplant, bei dem bis zu vier E-Kleinfahrzeuge in der Dreiflüssestadt im Einsatz sind, um digitale Systeme im laufenden Betrieb zu testen und neue Potenziale für den Passauer Nahverkehr aufzuzeigen. Finanziert wird das Projekt eigenständig durch ioki, unabhängig von den Einsparungen im laufenden ÖPNV-Betrieb.



Auf einen Blick
● Geplante Einsparung: rd. 3 Mio. Euro Betriebskosten und bis zu 12 Busse
● 10 % der Fahrgäste direkt betroffen, 99 % der Wege weiterhin mit ÖPNVAnbindung
● Fünf Informationsversammlungen für Bürgerinnen und Bürger: 13.10., 23.10.,
05.11., 11.11., 17.11., jeweils 19 Uhr
● Online-Beteiligungsplattform und analoge Beteiligung in Arbeit
● Ergebnisdarstellung nach Abschluss der Beteiligung, im Anschluss
Stadtratsbeschluss
● Real-Labor mit E-Kleinfahrzeugen als separat finanziertes Innovationsprojekt