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Grenzenlos lebenswert

Enthüllung Gedenktafel Dr. h. c. Eduard Hamm

14.10.2016 - Kleiner Festakt am Gebäude Bahnhofstraße 10

Bild:  Oberbürgermeister Jürgen Dupper gemeinsam mit Christine Beßner und deren Ehemann Dr. Wolfgang Beßner
Enthüllung Gedenktafel Dr. h.c. Eduard Hamm

Oberbürgermeister Jürgen Dupper enthüllte heute eine Gedenktafel für den 1944 verstorbenen Juristen und Politiker Dr. h.c. Eduard Hamm, in Anwesenheit seiner Enkelin Christine Beßner und deren Ehemann Dr. Wolfgang Beßner. Die Stadt Passau erinnert mit der Gedenktafel am Anwesen Bahnhofstraße 10 an den Gegner des Nationalsozialismus. An dieser Stelle stand früher das Geburtshaus von Eduard Hamm.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: "Dr. h.c. Eduard Hamm war ein Sohn unserer Stadt, der für seine Ideale und Werte eingetreten und für seine Überzeugung gestorben ist."

Der am 16. Oktober 1879 in Passau geborene Jurist war Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei in Bayern, wurde 1919 bayerischer Handelsminister, 1922 Staatssekretär in der Reichskanzlei und 1923 Reichswirtschaftsminister. Von 1925 bis 1933 war er 1. Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Industrie- und Handelstages. Als Gegner und Kritiker des Nationalsozialismus trat er im Mai 1933 von diesem Amt zurück.

Er unterhielt Kontakte zu Widerstandskreisen und wurde nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, dem bedeutendsten Umsturzversuch des militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus, verhaftet. Am 23. September 1944 ist er unter bis heute ungeklärten Umständen in Gestapo-Haft in Berlin gestorben.

Bereits im Jahr 1987 hat die Stadt Passau Dr. h.c. Eduard Hamm eine Straße gewidmet.
An der Eduard-Hamm-Straße, einem Ort an dem täglich vor allem viele Studenten unterwegs sind, wird es nun zusätzlich ein Straßennamenergänzungsschild geben, das in Kurzform über die Person Eduard Hamm informiert.

Christine Beßner berichtet in diesem Rahmen auch über das Leben und Wirken von Eduard Hamm, insbesondere über seine ersten Lebensjahre in Passau und über sein letztes Lebensjahr 1944.

Seit 1995 erinnert eine Gedenktafel an demselben Gebäude an das Ende des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Passau. Am 2. Mai 1945 hatte an diesem Ort, im damaligen Hotel „Passauer Wolf“, die bedingungslose Übergabe der Stadt an das 261. US-Infanterieregiment stattgefunden.

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