english

Grenzenlos lebenswert

Baumfällarbeiten an der Oberhauser Leite

13.02.2021 - Notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen aufgrund von Eschentriebsterben

Bild v. l.: Stadtgärtnereileiter Hermann Scheuer und Liegenschaftsamt Herbert Zillinger erläutern anhand eines bereits geschädigten Baumes die Auswirkungen des Eschentriebsterbens
Baumfällaktion Oberhauser Leite

Das Eschentriebsterben ist mittlerweile auch in der Stadt Passau festzustellen. Nach der notwendigen Baumfällaktion am ilzseitigen Oberhausberg im vergangenen Jahr, stellen mittlerweile auch von dem Pilz befallene Bäume entlang der Oberhauser Leite eine Beeinträchtigung für die Verkehrssicherheit dar. Aus diesem Grund muss in den kommenden Wochen in diesem Bereich eine umfangreiche Baumfällaktion durchgeführt werden.

Vorbehaltlich der Witterung beginnen die Arbeiten am Montag, 15.02.2021. Die umfassenden Voruntersuchungen mittels Baumkletterer haben ergeben, dass insgesamt 38 Bäume betroffen sind. 19 davon werden gänzlich gefällt und mit einem Hubschrauber aus dem Gelände geflogen. Die restlichen 19 Eschen werden so zugeschnitten, dass lediglich die Stämme als „stehendes Totholz“ stehenbleiben. Dadurch werden neue Habitatbäume geschaffen, die Lebensraum für Spechte, Insekten und zahlreiche andere Lebewesen bieten.

Das Eschentriebsterben ist eine in ganz Europa auftretende Pilzerkrankung, die die Blätter, die Triebe, die verholzten Bereiche und insbesondere auch die Wurzeln der Eschen schädigt. Gemeinsam mit den oftmals gleichzeitig vorkommenden Eschenbastkäfer und Hallimasch bringt der Pilz die Eschen innerhalb weniger Jahre zum Absterben.

Die Sporen des Pilzes befallen zuerst die Blätter der Eschen, weshalb hier die ersten Symptome in Form von bräunlichen abgestorbenen Stellen (Nekrosen) zu sehen sind. Das Holz unterhalb dieser Nekrosen ist blau-grau bis dunkelbraun verfärbt. Triebumfassende Nekrosen unterbrechen die Wasserversorgung des Astes, so dass Pflanzenteile welken und absterben. Der Erreger breitet sich über die Blattstiele und Triebe weiter bis in Äste und Holz der Bäume aus. Die Verfärbungen ziehen sich in den Stamm hinein und sind im Längs- oder Querschnitt befallener Äste gut zu erkennen. Ein charakteristisches Merkmal für das Eschentriebsterben sind die von weiten erkennbaren verbuschten Kronen mit abgestorbenen Ästen sowie verwelkte und abgestorbene Blätter, die durch den Baum nicht aktiv abgeworfen werden.

Bei mehreren Bäumen an der Oberhauser Leite wurde das Eschentriebsterben in fortgeschrittenem Stadium festgestellt, weshalb eine Standsicherheit mit Laub im Sommer nicht mehr gewährleistet ist.

Da es sich bei der Oberhauser Leite um ein FFH-Schutzgebiet handelt, hat die verantwortliche Stadtgärtnerei bei den Planungen den städtischen Umweltschutz und ein faunistisches Fachbüro mit ins Boot geholt. Insbesondere wurden Habitatbaumkontrollen vorgenommen sowie der Fledermaus-, der Vogel- und der Käferbestand dokumentiert. Auf dieser Basis wurde ein Konzept erstellt und das weitere Vorgehen festgelegt.

Die Baumfällarbeiten beschränken sich auf das unbedingt notwendige Maß. Die Eschen werden entlang des Straßenbereichs in einfacher Baumlänge (ca. 40 m) entfernt. Die Stadt Passau rechnet mit Kosten in Höhe von rd. 100.000 Euro.

Der Gampertsteig, der Ludwigsteig und der Niederleuthnersteig sind während der Fällarbeiten komplett gesperrt. Es wird davon ausgegangen, dass die Maßnahme je nach Witterung ca. 2 Wochen andauern wird.

Selbstverständlich ist vorgesehen, die betroffenen Flächen wieder aufzuforsten. In enger Abstimmung mit der Dienststelle Umweltschutz werden klimatolerante Baumsorten wie z. B. Hainbuchen und Feldahorn ausgewählt.

Grundsätzlich sind Eschenbestände jeglichen Alters in Wald und Flur betroffen. Die erkrankten Bäume am Oberhaushang sind zwischen 40 und 120 Jahre alt.

Grundsätzliches der Stadtgärtnerei Passau zu den Baumpflegearbeiten

Bäume in einer Stadt tragen wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität bei und mildern die Extreme des Stadtklimas. Zudem sind sie wichtig für das Stadtbild. Sie filtern Staub, reinigen die Luft, spenden Schatten und wirken an heißen Sommertagen durch ihre Transpiration kühlend.

Oberste Priorität bei der Baumpflege der Stadt Passau haben die Pflege und der Erhalt von alten und jungen Bäumen, sowie das Anpflanzen von neuen Bäumen. Die Stadtgärtnerei Passau hat die Verkehrssicherungspflicht für 11.000 Bäume in den städtischen Grünflächen.

Für all diese Bäume ist ein entsprechend hoher Pflegeaufwand erforderlich. Ihr Zustand wird regelmäßig untersucht und der Befund dokumentiert. Die Vitalität von Straßenbäumen wird durch Faktoren wie Stadtklima, knappes Raumangebot, Bodenverdichtung, Beschädigung und Abgasbelastung vermindert. Die extremen Klimaschwankungen verstärken das Sicherheitsrisiko auffallend, gerade durch die heißen Sommer (besonders 2003, 2006 und 2019) hat die Vitalität der Bäume zusätzlich gelitten.

Bei der Bewertung hinsichtlich des Erhalts oder der Fällung von Bäumen müssen die städtischen Fachstellen täglich zwischen Aspekten des Naturschutzes, der Verkehrssicherheit und der Ästhetik abwägen. Ein internes Expertenteam der Stadt Passau aus den Bereichen Gärtnerei, Naturschutz und Waldpflege gewährleistet, dass alle Belange bestmöglich berücksichtigt werden. Bei den Untersuchungen kommt regelmäßig auch ein Schalltomograph zum Einsatz, der die Laufzeit der Schallimpulse misst und so ein Querschnittsbild des Holzzustandes in der Tomographieebene erstellt.

Bei einem geschädigten Baumbestand wird aber auch geprüft, ob es nicht sinnvoller ist, diesen durch Neupflanzungen zu ersetzen, wenn Faulungen und Pilzbefall im Wurzel- und Stammbereich ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Zurück nach Oben

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.