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Grenzenlos lebenswert

Starkregen-Frühalarmsystem für die Stadtteile Grubweg, Hals, Ilzstadt und Innstadt wird vorgestellt

10.02.2020 - Warnsystem soll ab Frühjahr auch für Bürgerschaft bereitgestellt werden

Starkregenfrühwarnsystem

Im Nachgang zu den Starkregenereignissen von 2016 hat die Stadt Passau zahlreiche Vorkehrungen getroffen, um künftig für derartige Situationen besser gerüstet zu sein. Einen wesentlichen Bestandteil hierfür stellt der Einsatz von sog. Starkregengefahrenkarten in Verbindung mit einem Starkregen-Frühalarmsystem dar. Der Schlussbericht zur Erstellung von Starkregengefahrenkarten in den Stadtteilen Grubweg, Hals, Ilzstadt und Innstadt wurde dem Stadtrat in seiner Sitzung am Montag, 10.02.2020 vorgestellt.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Die Stadtteile Grubweg, Hals, Ilzstadt und Innstadt wurde von den Starkregenereignissen 2016 so schwer getroffen, dass es für uns keine Option war, nur die Schäden zu beseitigen und zerstörte Dinge wieder herzustellen. Unser klar definiertes Ziel lautet seither, Verbesserungen zur schaffen, lösbare Probleme zu bewältigen und das Möglichste zur Verringerung der Hochwassergefahr beizutragen. Das neue Starkregen-Frühalarmsystem ermöglicht eine umfassende und schnelle Analyse der Daten und damit eine frühzeitige Warnung für die Einsatzkräfte, die Verwaltung und auch für die Bürgerinnen und Bürger. Im Endausbau wird das System für das gesamte Stadtgebiet zur Verfügung stehen.“

Die Systemerstellung wurde von einem externen Ingenieurbüro durchgeführt und bestand im Wesentlichen darin, Berechnungsmodelle und sog. Starkregengefahrenkarten zu erstellen, auf deren Grundlage künftig Gefahren- und Risikopotentiale eingeschätzt und bewertet werden können. Diese Daten können dann von den Betroffenen genutzt werden, um die Gefährdung des Eigentums einzuschätzen und eigene sinnvolle Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Die Stadt Passau wird hier beratend tätig sein.

Die Starkregengefahrenkarten informieren über von Starkregen und Sturzfluten betroffene Gebiete mit Überstau von Gewässern, Überflutung durch Fließwege zu den Gewässern und Einstau in Mulden und Senken. Auf Basis dieser Informationen können Einsatzkräfte und die Verwaltung aktuell ein Starkregen-Frühwarnsystem – zunächst nur für die Stadtteile Grubweg, Hals, Ilzstadt und Innstadt – nutzen. Dieses erkennt lokale und kleinräumige Starkregen. Anhand der in Echtzeit gemessenen Niederschläge, der Wetterlage nach Vorhersage (Regenprognose) und der Messung von Pegelständen an kleineren und mittleren Gewässern wird in Sekundenschnelle errechnet, ob eine Gefahr im jeweiligen Einzugsgebiet vorliegt. Bei Eintreten einer Gefahr alarmiert das System die angemeldeten Nutzer in drei Stufen (S1-S3) per E-Mail, SMS und im Extremfall auch per VoiceCall (persönlicher Telefonanruf). So können Schäden verhindert und im Extremfall Leben gerettet werden.

Aktuell wird daran gearbeitet, das Starkregen-Frühalarmsystem auch für die betroffene Bürgerschaft zur Verfügung zu stellen. Es wird davon ausgegangen, dass die kostenlose Online-Registrierung unter www.starkregenalarm.de/passau noch in diesem Frühjahr möglich sein wird. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger werden hierzu rechtzeitig vorher und umfassend informiert.

Dem Plenum wird in der Sitzung auch vorgeschlagen, die Verwaltung damit zu beauftragen, die Erstellung der Starkregengefahrenkarten über das gesamte Stadtgebiet zu veranlassen und entsprechende Fördermittel abzurufen.

Den Kommunen kommt beim Sturzflut-Risikomanagement, d. h. bei der Reduktion der negativen Auswirkungen von Wassergefahren an den Gewässern dritter Ordnung und bei wild abfließendem Wasser eine zentrale Rolle zu. Um hier geeignete Schritte bzgl. Vermeidung, Vorsorge, Ereignisbewältigung und Nachsorge einleiten zu können, ist es erforderlich, das System auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten. Für die weiteren Maßnahmen stehen Haushaltsmittel in Höhe von 350.000 Euro zur Verfügung.

Bei dem Starkregenereignis im Juli 2016 hat die Stadt Passau ca. 300 Schadensmeldungen und einen Gesamtschaden in Höhe von rd. 15 Mio. Euro registriert. 300 Feuerwehrleute und 60 Bauhofmitarbeiter waren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz.

Die Stadt Passau hat seither zahlreiche Maßnahmen ergriffen um die Situation deutlich zu verbessern. So wurden unter anderem die Wasserhöhen nach dem Ereignis dokumentiert, hydraulische Überrechnungen der betroffenen Bachläufe vorgenommen, Abflussquerschnitte der Bäche verbessert, Abflusshindernisse entfernt, regelmäßige Kontrollgänge an den Bächen erhöht und Einlaufgitter sowie Geschiebesperren eingebaut oder ersetzt.

Die weiteren anstehenden kurz- und mittelfristigen Maßnahmen sehen die Schaffung von Rückhaltungen, weitere Bachausbauten, die Zurverfügungstellung von Ausuferungsflächen, die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten an Bächen, hydraulische Verbesserungen im Bereich der Kanäle und Maßnahmen zur gezielten Ableitung von Wassermassen im Bereich der Oberflächenentwässerung (Flutmulden, Bordsteine, Geländemodellierung, etc.) vor.

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