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Grenzenlos lebenswert

Montecchio Maggiore, Italien

Montecchio Maggiore / Italien

Montecchio Maggiore gehört zur Region Venetien und liegt umrahmt von den Ausläufern der Hügellandschaft des Colli Berici in einer Ebene zwischen Verona und Vicenza. Die Entfernung nach Verona beträgt 50 km, nach Vicenza 15 km und nach Venedig 60 km. Ebenfalls nicht weit entfernt sind der Gardasee, die Dolomiten, Padua, Bologna und Mailand. Eine überaus attraktive Lage also, die es dem Besucher ermöglicht, verschiedenste interessante Ziele innerhalb kurzer Zeit zu erreichen. Die Entfernung nach Passau beträgt 685 km.

Das Wirtschaftszentrum Montecchio Maggiore zählt rund 21.000 Einwohner. Die Stadt gilt als die reichste Kommune in Italien und als eine der am meisten industrialisierten Gemeinden in Europa.
Montecchio Maggiore ist ein wichtiges Industriezentrum in Oberitalien. Eine der größten Firmen für Autobatterien in Europa, die Fa. Fiamm, ist hier angesiedelt, die Autowaschanlagen von Ceccato haben europaweit einen guten Ruf, die Winzergenossenschaft „Cantina Sociale dei Colli Vicentini“, der rund 1600 Winzer angeschlossen sind, und die eine Produktion von jährlich rund 25 Millionen Liter Wein vorweisen kann, ist für ihre hervorragenden Produkte bekannt.  
Daneben haben sich auf einer Fläche von 30 Quadratkilometern u. a. Betriebe der Gerberei- und Lederindustrie, Schmuckproduktion, Anlagenbau und Elektrotechnik angesiedelt.

Die Stadt ist geprägt von einer glanzvollen Vergangenheit. Erstmals findet sie im Jahr 1100 n. Chr. urkundliche Erwähnung. Montecchio Maggiore bietet einige bekannte Baudenkmäler, wie die im Palladio-Stil erbaute Villa Cordellina mit drei hervorragenden Freskengruppen von Giambattista Tiepolo sowie die beiden Burgen "Castelli Guiletta und Romeo", wo der Sage nach Romeo und Julia gelebt haben, die Protagonisten des gleichnamigen Dramas von Shakespeare.

Passau, das „bayerische Venedig“, hat am 23.07.2003 die von vielen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt lange ersehnte Partnerstadt in Italien bekommen.
Auf  Anregung der Deutsch-Italienischen Gesellschaft hatte der Stadtrat in seiner Sitzung am 19.05.2003 beschlossen, mit Montecchio Maggiore eine Städtepartnerschaft zu vereinbaren. Die Stadträte waren sich darüber einig, dass mit dem Abschluss dieser Städtepartnerschaft besiegelt wird, was mit den Herzen der Bürger schon längst gelebt wird.

Bereits seit über 13 Jahren bestanden zu diesem Zeitpunkt intensive Verbindungen auf schulischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet. Begonnen hatte dies mit der Schulpartnerschaft zwischen der  Staatlichen Wirtschaftsschule Passau und dem Wirtschaftsgymnasium „Luzzatti“ in Montecchio Maggiore. Eingefädelt hatte diese Schulverbindung Dr. Gian Carlo Giani, der damalige Leiter der städtischen Bibliothek in Montecchio Maggiore und Freund deutscher Sprache und Kultur, den es nach einem Studienaufenthalt am Goethe-Institut in Passau immer wieder hierher zog. In der Folgezeit entwickelte sich über vielfältige Kontakte zwischen den Schülern beider Schulen ein intensiver Austausch zwischen immer mehr Bürgerinnern und Bürgern beider Städte.

Schon bei der Feier anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen der Wirtschaftsschule Passau und dem Wirtschaftsgymnasium „Luzzatti“ im Jahr 2000 hatte sich angedeutet, dass mehr werden kann aus dieser Verbindung der beiden Schulen. Bereits damals hatte der frühere Oberbürgermeister Willi Schmöller bei seinem Besuch in Montecchio Maggiore anlässlich dieses Jubiläums gemeinsam mit seinem Amtskollegen Giuseppe Ceccato, in Form einer Urkunde den beiderseitigen Wunsch bekräftigt, die vielfältigen Verbindungen zwischen den Bürgern der beiden Städte zu erweitern und zu vertiefen. Diese Erklärung sollte einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis und noch engeren Zusammenwirken der Regionen zu leisten. Drei Jahre später wurde nun dem damals formulierten Wunsch nach einer engeren Verbindung eine offizielle Form gegeben.

400 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kirche, Kultur und vor allem Mitglieder der Deutsch-Italienischen Gesellschaft feierten am 23. Juli die Besiegelung der Städtepartnerschaft im Rahmen eines feierlichen Festakts, der von großzügigen Sponsoren finanziert wurde. Neben dem eigentlichen Anlass war die Besonderheit des Abends der berauschend üppige und schöne Blumenschmuck im Großen Rathaussaal, der noch nie zuvor so schön dekoriert war. Ein Meer von Blumen, die der Blumengroßmarkt in San Remo für diese Festlichkeit gespendet hatte und die von der Passauer Blumenwerkstatt arrangiert wurden, bildeten den optischen Rahmen für dieses Ereignis.

Eine Vielzahl von Sponsoren ermöglichte es, unseren italienischen Freunden nicht nur einen schönen Empfang in unserer Stadt zu bereiten, sondern ihnen auch eine besondere Gastfreundschaft in den Tagen während ihres Aufenthalts zu bieten.

An dieser Stelle nochmals der Dank an alle, die mit ihrer Großzügigkeit zum Gelingen der Feierlichkeiten und des Rahmenprogramms beigetragen haben:

  • Passauer Blumenwerkstatt
  • Blumengroßmarkt San Remo
  • Feinkost Bortolazzi    
  • Brauerei Hacklberg
  • Partyservice Brogli
  • Cafebar
  • Cafe Simon
  • Getränke Degenhart
  • Deko-Kiste Passau
  • Heilig-Geist-Stiftsschenke
  • Auto Leebmann
  • Rahmenhandlung Spagl
  • Beschallung Norbert Täuber
  • Ristorante Zi Teresa

 

In der Zeit vom 2. bis 5. Oktober 2003 fand dann der Gegenbesuch der Passauer in Montecchio Maggiore statt, um auch dort die Begründung der Partnerschaft zu feiern. Höhepunkt dieses Besuchs war der Samstag, 04.10.2003, beim Festakt mit anschließender Feier in den historischen Räumlichkeiten der Villa Cordellina mit ihren wunderbaren Außenanlagen. Ein weiteres herausragendes Ereignis fand bereits am Morgen des gleichen Tages statt, als Oberbürgermeister Albert Zankl die Ehre hatte, in der „Cantina Sociale dei Colli Vicentini“, der örtlichen Winzergenossenschaft, eine neue Produktionshalle zu eröffnen. 

Die italienischen Freunde hatten neben diesen offiziellen Terminen für die Gäste aus Passau ein überaus umfangreiches und interessantes Besuchsprogramm vorbereitet.  Neben der Vorstellung der neuen Partnerstadt standen interessante Exkursionen in die nähere Umgebung, z. B. nach Marostica, Bassano del Grappa und Vicenza, auf dem Programm. Italienische Gastfreundschaft in ganz ursprünglicher Form, wurde den Passauern bei einer Einladung der Alpinis, der Gebirgsjäger, geboten. Sie haben mit den Kochkünsten ihrer Frauen und ihrer Geselligkeit den Freunden aus Passau einen unvergesslichen Abend bereitet.     
Von den Erlebnissen der 58-köpfigen Delegation um Oberbürgermeister Albert Zankl und Fritz Detlef Spengler, dem Präsidenten der Deutsch-Italienischen Gesellschaft, in Montecchio Maggiore berichtet in eindrucksvoller Weise das nachstehende Gedicht von Konrad Dick, das er auf der Heimfahrt nach Passau im Bus verfasst hat.

 

 

Die Fahrt geht allmählich dem Ende zu, und bevor
ein Jeder dahindöst in Ruh' hab' ich mir so ganz
nebenbei gedacht wär' noch ein Schlußresümee
angebracht.

Die Hinfahrt war wohl etwas stressig und lang,
erst gegen 11.00 Uhr kamen wir an,
doch man servierte trotz vorgerückter Stunde
noch einen Cocktail unserer durstigen Runde.

Der Freitag begann recht angenehm, wir durften auf
den ’mercato’ geh’n; dort wurden Pullover und
Blusen und was weiß ich noch erstanden,
nur was Herr Fischer gekauft hat, ist mir leider entgangen.
Dann lotste unser Giancarlo auf sehr ländlichem Wege
dem hübschen Städtchen MAROSTICA entgegen, wo
einst der Stadtregent den Freiern versprach, seine
Tochter erhält der ’Sieger im Schach’, BASSANO
DEL GRAPPA, das nächste Ziel,
uns allen ausnehmend gut gefiel:
Besonders die alte Brücke aus Holz
ist nicht umsonst der Bürgschaft Stolz.
Beladen mit Grappa, Pilzen und Spezialitäten
haben wir den Heimweg ins Hotel angetreten.

„Frisch kampet und g’schneizt“ – so trafen wir ein
pünktlich zum geselligen Beisammensein
mit unseren Freunden im Heim der Alpini,
wir wurden bewirtet con pasta e vini,
es wurden Freundschaften geknüpft und besiegelt
(die Trinksprüche sprachlich zwar etwas versiegelt
doch was soll’s: Wo echt Freundschaft noch wiegt,
wird selbst die Sprachbarriere locker besiegt.

Am Samstagmorgen standen wir gerne auf,
denn laut Programm fuhren wir zum Wein-Einkauf,
und nachdem Herr Zankl das Band durchschnitten
für eine neue Barriquefaß – Lagerhütten,
brauchten wir uns nicht mehr lange zu zieren
und durften all die herrlichen Weine probieren.
Nur der Uwe hat wie ein Sklave geschuftet
und Dutzende von Weinkisten in den Bus gewuchtet.

VICENZA, die Provinzhauptstadt, hat uns allen
nicht nur des Sonnenscheins wegen gefallen.
Die einen zog’s auf den Corso Palladio mit Eile,
Vicenzas eleganteste Einkaufsmeile.
Doch auch das Olympische Theater kam als einer der
Höhepunkte entsprechend gut an:
Das Spiel mit der Perspektive, die geniale Architektur
so etwas konnte halt Andrea Palladio nur.
Und noch etwas, auf seiner italienischen Reise
lobt Goethe die Weiblichkeit in besonderer Weise,
indem er schreibt, von den Frauen allen
hätten die in Vincenza ihm am besten gefallen.

Des Abends durften d’rum wir Herren schauen
auf viele elegant gekleidete Frauen,
die in der VILLA CORDELLINA den Festakt zierten,
wo wir den ’Gemellaggio’ offiziell zu Ende führten.
Unter Tiepolos Fresken wurde besiegelt,
was die Stadt und Verein so sehr hat beflügelt.
Und beim anschließenden Buffet in lauwarmer Nacht
hat unser OB noch ein Faßl aufgemacht.

Heute früh beim finalen Abschiednehmen
flossen nicht nur vom Himmel die Tränen:
Es war ein Abschiednehmen mit Schmerzen,
und die ’baci’ und ’abbracci’ kamen wirklich von Herzen. –
Jetzt liegt es an uns und den Bürgern der Stadt,
dass die Partnerschaft eine goldene Zukunft hat.

Freundeskreis:

Deutsch-Italienische Gesellschaft in Passau e.V.

 

Weiterführende Links:

Willkommen in Montecchio Maggiore

 

 

Städtepartnerschaft

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