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Grenzenlos lebenswert

Patenschaft über die Böhmerwäldler

Passau war einst einer der wichtigsten Ausgangsorte für die Besiedlung des Böhmerwaldes sowie für den „Goldenen Steig“. Dieser erstmals im Jahre 1010 urkundlich erwähnte Handels- und Verbindungsweg führte über Waldkirchen bis nach Prachatiz. Spätere Nebenzweige  reichten bis nach Winterberg und Bergreichenstein. Jahrhunderte lang bestanden enge wirtschaftliche, kirchliche und kulturelle Beziehungen zu Böhmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Tausende von Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Böhmerwald in Passau eine erste Aufnahme, für einen Teil von ihnen wurde die Dreiflüssestadt und das Umland zur neuen Heimat.

Die Stadt Passau hat deshalb im Jahre 1961 die Patenschaft über die Böhmerwäldler übernommen. Zugleich stiftete der Stadtrat einen Kulturpreis, der seither an Persönlichkeiten und seit 1995 auch an Institutionen dieser Volksgruppe vergeben wird, die sich insbesondere auf dem Gebiet der bildenden Kunst, der Literatur oder der Volkstumsarbeit verdient gemacht haben. Der mit 2.000 € dotierte Preis wird alle zwei Jahre anlässlich des Bundestreffens der Böhmerwäldler in der Patenstadt Passau durch den Oberbürgermeister im Rahmen eines Festaktes im Rathaus verliehen.

Bereits 1954 hat der Deutsche Böhmerwaldbund e.V. mit Sitz in Stuttgart sein zentrales Heimatmuseum auf der Veste Oberhaus eingerichtet. Es dokumentiert die Geschichte des Böhmerwaldes und seiner früheren Bewohner. Nach einer grundlegenden Umgestaltung durch den Museumsverein wurde es im April 2007 neu eröffnet.

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