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Grenzenlos lebenswert

Gebäude Linzer Straße 2 – Eigentümer erhält Erlaubnis zum Abriss

20.05.2019 - Ausschuss für Bauen und Liegenschaften am 16.05.2019 informiert

Innstadt

Das Gebäude Linzer Straße 2 weist seit langem eine große Baufälligkeit auf. Aus diesem Grund hat der Eigentümer den Abriss des denkmalgeschützten Hauses beantragt. Die Stadtverwaltung wurde aktuell aufgefordert, endgültig über den Abbruchantrag zu entscheiden. Da aus rechtlichen Gründen ein Anspruch auf Erteilung der Abrissgenehmigung besteht, wird diese jetzt erteilt. Der Ausschuss für Bauen und Liegenschaften wurde in seiner letzten Sitzung am 16.05.2019 darüber informiert.

Das Gebäude Linzer Straße 2 ist ein Denkmal nach Art. 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes und als solches in der amtlichen Denkmalliste für Niederbayern erfasst. Der Zustand des Gebäudes ist 2013 nach dem Erwerb des Objekts durch den derzeitigen Eigentümer bekannt geworden. Da bereits seit vielen Jahrzehnten kein Bauunterhalt mehr durchgeführt wurde, haben das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) und die Stadtverwaltung im Jahr 2017 bereits festgestellt, dass die Bausubstanz schwer beschädigt ist.

Das Gebäude war bereits Gegenstand einer bauforscherlichen Analyse, in der die einzelnen Bestandteile des Gebäudes begutachtet und bewertet wurden. Das heutige Erscheinungsbild der Linzer Straße 2 geht auf Baumaßnahmen der Zeit um 1930 zurück. Vollständig erneuert wurden in dieser Zeit insbesondere das Mansarddach und die innere Raumstruktur. Die Fassadengestaltung und der Einbau des heutigen Bestands an Fenstern und Fensterläden erfolgten frühestens 1932. Auch die im Listentext genannte „Gred“ ist ein Aufgang zum Haus, der ebenfalls um 1932 vom damaligen Eigentümer angelegt wurde.

Das LfD hat seine Beurteilung zum Erhalt der Denkmaleigenschaft Im Herbst 2018 noch einmal hinterfragt. Bevor einem Abriss endgültig zugestimmt werden konnte, erfolgte deshalb nochmals eine Untersuchung zur endgültigen Klärung des Zustandes des Gebäudes durch einen denkmalerfahrenen Baustatiker. Das Gutachten bescheinigte, dass das Gebäude massiv in seiner Substanz geschädigt ist.

Als Schadensursachen zeigte sich laut dem Gutachten hauptsächlich aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden und Mauersockelbereich sowie durch das Dach eindringende Feuchtigkeit. Beide Faktoren haben zu massivem Hausschwammbefall, zu Fäulnisschäden an Hölzern und zu Zersetzungen anderer Baumaterialien (z. B. Putze, Mörtel, Ziegel, Dielen etc.) geführt.
Gravierenden Einfluss auf das Ausmaß der Schäden haben Verkleidungen aus Resopal und ähnlichen diffusionsdichten Materialien, die zu einem unbekannten Zeitpunkt an inneren Wand- und Deckenoberflächen montiert bzw. über Bodenflächen gelegt wurden.

Es wurde festgestellt, dass bei einem Sanierungsversuch lediglich ca. 25 % der Dachkonstruktion, ca. 25-35 % der Decken und rund 30-35 % der Wände (alle genannten Bauteile im Rohbauzustand) erhalten werden könnten. Da der Hausschwammbefall in seiner Auswirkung schwer einzuschätzen ist, gilt diese Prognose für den Optimalfall keiner weiteren Kontamination. Aus diesem Grund resümierte das Landesamt für Denkmalpflege, dass das Gebäude schwerste Schäden im konstruktiven Bereich aufzeigt und eine Instandsetzung zweifellos mit so weitreichenden Erneuerungen verbunden wäre, dass der Informationswert des Denkmals erheblich herabgesetzt und die Denkmaleigenschaft in Frage gestellt werden müsste. Unter den gegebenen Umständen kann keine Sanierung angeordnet werden. Seitens des Landesamts wurde der Abbruch deshalb hingenommen.

Nach einer zwischenzeitlichen Eingabe einer Petition beim Bayerischen Landtag hat sich der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst des Bayerischen Landtags im Februar dieses Jahres ein Bild vom Zustand des Gebäudes vor Ort gemacht. In Anerkennung der herausgehobenen Bedeutung des Petitionsausschusses des Bayerischen Landtags hatte die Stadt Passau die entscheidungsreife Abrissgenehmigung deshalb noch nicht erteilt. Im Nachgang zu dem Ortstermin hat der Ausschuss den Beschluss gefasst, dass u. a. nochmals eine Bestandsuntersuchung durchgeführt werden soll.

Der Eigentümer ist nicht bereit, eine nochmalige Untersuchung durchführen zu lassen. Er hat aktuell den Antrag auf Erteilung der Abrissgenehmigung aus dem Jahr 2018 wiederholt. Da entsprechend der rechtlichen Regelungen ein Anspruch auf Erteilung der Abrissgenehmigung besteht, wurde diese jetzt von der Stadt Passau erteilt.

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