english
  • Burganlage mit wunderschönem Ausblick und historischem Museum

Grenzenlos lebenswert

Straßenbenennung zu Ehren von Altoberbürgermeister Hans Hösl in Heining

18.09.2020 - Offizielle Enthüllung des Straßenschilds durch Oberbürgermeister Jürgen Dupper

Oberbürgermeister Jürgen Dupper (2. von links) enthüllt das Straßenschild im Beisein der Witwe des Namensgebers, Gertraud Hösl (von links), seines Sohnes Markus Hösl, seines Enkels Benedikt Krenn und weiterer Ehrengäste.
Straßenbenennung zu Ehren von Altoberbürgermeister Hans Hösl in Heining

Eine neue Straße in Heining hat heute ihren Namen erhalten: die Hans-Hösl-Straße im Baugebiet Thann. Oberbürgermeister Jürgen Dupper nahm die offizielle Enthüllung des Straßenschilds in Erinnerung an den 2008 verstorbenen Amtsvorgänger im Beisein zahlreicher Gäste vor, darunter die Witwe des Namensgebers Gertraud Hösl. Den Beschluss für die Benennung nach Oberbürgermeister Hans Hösl hatte der Ausschuss für Kultur bereits am 13. Oktober 2016 einstimmig gefasst.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Hans Hösl hat in den Jahrzehnten, in denen er als Kommunalpolitiker gewirkt hat, ein Stück Stadtgeschichte und vor allem auch ein Stück der Heininger Geschichte geschrieben. Mit dieser Straßenbenennung möchte die Stadt Passau die Erinnerung an Hans Hösl auf eine besonderen Weise bewahren. Es hätte nirgendwo besser gepasst als hier in seinem heimatlichen Umfeld.“

Hans Hösl wurde am 21. März 1929 in Schalding rechts der Donau geboren. Nach der Volksschule in Heining besuchte er das Gymnasium Leopoldinum und absolvierte nach dem Abitur 1948 ein Pädagogik-Studium. Eine erste Anstellung als Lehrer erhielt er in Kumreut. Da er eine Beschäftigung an der Sonderschule für lern- und geistig behinderte Kinder in Passau anstrebte, legte er eine heilpädagogische Zusatzausbildung ab. 1956 konnte er somit seine Wunschstelle antreten. Im selben Jahr schenkte ihm seine Frau Gertraud, die er 1955 geheiratet hatte, das erste Kind, dem vier weitere Geschwister folgten.

Politisch war Hans Hösl von Jugend an bei der CSU aktiv. 1960 wurde er zum Kreisvorsitzenden der Jungen Union gewählt. Der Heininger Gemeinderat, Kreisrat und Bayerische Senator Gustav Haydn, ein Onkel von Hösls Gattin, erkannte sein Potenzial und animierte ihn dazu, für den Gemeinderat in Heining zu kandidieren, was er 1964 erfolgreich tat. Nur zwei Jahre später gab er den Lehrerberuf auf und übernahm das Amt des 1. Bürgermeisters. Gleichzeitig zog er in den Kreistag ein. Sein kommunalpolitisches Engagement in Heining fiel in eine Zeit mit großen Veränderungen. 1965 wurde das Lager in Schalding nach 20-jährigem Bestehen aufgelöst, viele Flüchtlinge und Vertriebene hatten in Heining eine neue Heimat gefunden. Die daraus resultierende rege Bautätigkeit brachten einen nochmaligen Anstieg der Einwohnerzahl von 5.200 auf 7.500. Insgesamt wurden in Hösls Zeit als Heininger Bürgermeister Baugebiete für 800 Wohneinheiten erschlossen, wobei ihm der familiengerechte Wohnungsbau ein besonderes Anliegen war. Darüber hinaus erfolgten der Bau einer modernen Grund- und Hauptschule mit Turnhalle, Freisportanlage und Schwimmhalle sowie die Errichtung des Neustifter Freibads. Den wirtschaftlichen Erfolg sicherte unter anderem die Firma Siemens mit 600 Mitarbeitern.

Ob dieser Prosperität lehnte eine deutliche Mehrheit 1971 die Eingemeindung in die Stadt Passau im Rahmen der Gebietsreform ab. Da davon aber die Gründung der Universität und die Bildung des Oberzentrums Passau abhing, willigte man schließlich doch ein. Ab 1972 engagierte sich Hans Hösl als 2. Bürgermeisters der Stadt Passau, wobei er die harmonische Einbindung der vormals selbstständigen Gemeinden zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machte.

Den Höhepunkt seiner Karriere markierte schließlich 1984 die Wahl zum Oberbürgermeister in der Nachfolge von Dr. Emil Brichta. In seiner Amtszeit wurden zahlreiche Großprojekte im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich realisiert. Dazu zählten die Errichtung und der Ausbau der Universität, die Attraktivitätssteigerung und Schaffung von Wohnraum für Familien in der Altstadt, die Lösung von Verkehrsproblemen, etwa durch den Bau der Franz-Josef-Strauß-Brücke, sowie Verbesserungen im Schulwesen, beispielsweise durch den Bau der kaufmännischen Berufsschule und der Volksschule Haidenhof, sowie der Kranken- und Altersversorgung durch die Sanierung des Krankenhauses und zweier Altenheime.

Da Hans Hösl als 2. Bürgermeister und Oberbürgermeister in Personalunion Kulturreferent der Stadt war, hat er auch in diesem Sektor einiges bewegt, angefangen von der Sanierung des Stadttheaters und der Redoute mit dem Neubau der Theaterwerkstätte über die Einrichtung der Dienststelle Archäologie innerhalb der Stadtverwaltung bis hin zur Begründung der Städtepartnerschaften mit Málaga und Akita.

Mit besonderem Herzblut engagierte er sich über seine Amtszeit hinaus für die Lebenshilfe Passau, deren Präsident er von 1974 bis 2000 war. In diese Zeit fiel etwa der Bau des Anni-Simmeth-Wohnheimes in Kastenreuth. Nach seiner Abwahl als Oberbürgermeister 1990 widmete er sich zudem vermehrt seiner Familie. Am 19. Juni 2008 verstarb Hans Hösl nach längerer Krankheit in Vilshofen, seine letzte Ruhestätte fand er im Heininger Friedhof.

Für seine großen Verdienste erhielt Hans Hösl zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem wurden ihm 1972 als bislang einzigem Träger der Ehrenring der Gemeinde Heining, 1990 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und 1993 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Passau verliehen. Ab 1990 durfte er auf Beschluss des Stadtrats die Ehrenbezeichnung Altoberbürgermeister führen.

Zurück nach Oben

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.