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Grenzenlos lebenswert

Waisenhauskapelle erstrahlt in neuem Glanz

08.09.2017 - Feierliche Wiedereröffnung nach Hochwassersanierung

Bild: OB Jürgen Dupper (4. von rechts) mit (v. l.) Susanne Hammerl (Kirchenmalerin), Domkapitular Helmut Reiner, Gerold Benkenstein (Holzrestaurator), Michael Bengler (Planung/Bauleitung, Restaurator), Dr. Thomas Kupferschmied (Bay. LfD), Fabian Probst (Elektrik) und Dr. Horst Schuh (Labor für Erforschung und Begutachtung umweltbedingter Gebäudeschäden) vor dem restaurierten Altar
Eröffnung Waisenhauskapelle

Nach langwierigen und schwierigen Sanierungsmaßnahmen im Zuge der Hochwasserkatastrophe von 2013 konnte die Waisenhauskapelle im Lukas-Kern-Kinderheim wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Zu einer kleinen Feierstunde fanden sich auf Einladung von Oberbürgermeister Jürgen Dupper Domkapitular Helmut Reiner, Vertreter der Stadtratsfraktionen und des Stiftungsausschusses, der Verwaltung, der Planungs- und Baufirmen sowie des Heimpersonals ein.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Die Waisenhauskapelle zur Heiligen Dreifaltigkeit ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Kleinod, das nach der Flut von 2013 schwer beschädigt war. Kompetente Spezialisten und nicht zuletzt großzügige Spender machten es jedoch möglich, dieses Rokoko-Juwel wieder erstrahlen zu lassen. Dafür danke ich allen Beteiligten von Herzen.“

Die Waisenhauskapelle zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde am 21. Juni 1762 eingeweiht und ist Teil des 1758 eröffneten Lukas-Kern-Kinderheims. Die Rokoko-Kapelle hat eine eigene, mit Stuck und Freskomalereien verzierte Fassade. Im Inneren eröffnet sich ein kleiner Kuppelraum, der ebenso mit Stuckornamenten und -figuren versehen ist wie die Fenster- und Türbekrönungen. Die Überflutungen vom Juni 2013 erreichten hier eine Höhe von 3,50 Metern. Dabei wurden nicht nur Wände und Altar beschädigt, sondern unter anderem auch Möbel, Gemälde, Messgewänder und Krippenfiguren, die sich zum Teil in der angrenzenden Sakristei befanden. Für die beweglichen Teile wurden umgehend Maßnahmen zur Sicherung und Wiederherstellung ergriffen. Eine der größten Herausforderungen stellte die Trocknung des Mauerwerks da, die man bewusst langsam und auf natürlichem Wege erreichen wollte. Gleichzeitig galt die Zielsetzung, Schäden bei künftigen Hochwässern zu minimieren. Als Konsequenz konnte mit der Instandsetzung der Raumschale erst 2015 begonnen werden. Entsalzung, Stuck- und Kirchenmalerarbeiten zogen sich bis ins Frühjahr 2016 hin. Die letzte größere Maßnahme bestand in der Restaurierung der Natursteinflächen.

Die Kosten für die Hochwassersanierung des Lukas-Kern-Kinderheims belaufen sich insgesamt auf rund 683.000 Euro. Davon entfielen zirka 360.000 Euro auf die Kapelle und deren Inventar. Die Finanzierung erfolgte über Spenden (etwa 481.000 Euro) und Zuschüsse aus dem Infrastrukturprogramm des Freistaats Bayern (etwa 202.000 Euro).

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