english français

Grenzenlos lebenswert

Radverkehrskonzept Stadt Passau

11.09.2019 - Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am Dienstag, 17.09.2019

Radfahrer

Das Fahrrad spielt nicht nur als beliebtes Freizeit-Gefährt eine immer wichtigere Rolle sondern es gewinnt aktuell auch als alternatives Fortbewegungsmittel neben dem Auto und dem öffentlichen Personennahverkehr immer mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wird der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr im Rahmen seiner Sitzung am Dienstag, 17.09.2019 das neue Radverkehrskonzept der Stadt Passau behandeln, das den Radverkehr neu ordnen und weiter stärken soll. Es ist vorgesehen, als erste größere Maßnahmen die Innbrückgasse als Fahrradstraße freizugegeben, eine Radwegeverbindung zwischen Donau und Inn zu erarbeitet und ein Radweg entlang der Freyunger Straße/B 12 zu schaffen. Die Umsetzung der ersten kleineren Markierungsarbeiten soll darüber hinaus noch in diesem Jahr erfolgen.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Es ist uns ein großes Anliegen, den Radverkehr in unserer Stadt weiter voranzubringen. Die Erarbeitung des Radverkehrskonzepts hat deutlich aufgezeigt, dass eine adäquate Infrastruktur errichtet werden muss und Radwege sowie Fahrradabstellmöglichkeiten zu bauen sind. Von ebenso großer Bedeutung ist auch einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern zu schaffen, einen sinnvollen Bürgerservice anzubieten und das Radfahren sicherer und attraktiver werden zu lassen.“

Der Erarbeitung des Radverkehrskonzepts ging eine umfassende Bestandsaufnahme voraus. Dabei wurden die bereits umgesetzten Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit (wie z. B. zahlreiche Tempo 30-Zonen, Umgestaltung Neuburger Straße, mehrere weitere Fahrradschutzstreifen und Weiterführung Geh- und Radweg Ries) positiv bewertet.

Das Radverkehrskonzept 2018/2019 enthält infolge dessen u. A. folgende Inhalte:

  • KURZFRISTIGE Maßnahmen: Die kostengünstigen und schnell realisierbaren Maßnahmen sollen eine spürbare Steigerung der Nutzungsqualität und Verkehrssicherheit bewirken. Ein Beispiel von vielen ist der Straßenabschnitt Neustifter Straße – Alte Poststraße – Lindenstraße:
    • hier wird als Lösungsansatz die Markierung eines einseitigen Schutzstreifens bergauf und eine Markierung einer Piktogrammkette bergab vorgeschlagen.
    • Ein weiteres Beispiel ist die geplante Markierung von Schutzstreifen bzw. Piktogrammketten in der Innstraße von der Einmündung Leonhard-Paminger-Straße stadteinwärts.
  • Verbesserung des Hauptroutennetz (wichtigste Verbindungen für den Radverkehr):
    Der Bestand von 151 Abschnitten wird mit Lösungsansätzen und Priorisierung aufgezeigt
  • Feststellung von 8 Handlungsschwerpunkten mit unterschiedlichen verkehrlichen und baulichen Gegebenheiten:
    1. Innenstadtdurchfahrung Schanzlbrücke bis Innsteg
      • Verbreiterung des Seitenraum auf 3,00 m am Schanzl und Freigabe für den Zweirichtungsverkehr
      • In der Bahnhofstraße wird der Radverkehr weiterhin im Mischverkehr geführt, wofür jedoch eine Belagserneuerung - asphaltieren oder ebene Pflastersteine - vonnöten ist.
      • Anschließend biegt der Radverkehr in die Heuwieserstraße ab, wo zur Verdeutlichung der Verbindung Fahrradpiktogramme markiert werden.
      • Im Bereich des ZOB wird eine Bevorrechtigung für den Radverkehr über die Grünaustraße und Dr.-Hans-Kapfinger-Straße geprüft.
      • Am Nibelungenplatz: Fahrbereiche für den Radverkehr werden verdeutlicht und mögliche Markierungslösungen (z. B. Schutzstreifen, Piktogramme) für den Radverkehr geprüft.
      • Die Querung des Kleinen Exerzierplatzes wird radverkehrsfreundlich umgestaltet. In Fahrtrichtung Süden soll der Knoten mittels eines eigenen Radverkehrssignals und einer Radverkehrsfurt gesichert werden. Für die Radfahrenden in Richtung Norden wird ein aufgeweiteter vorgezogener Radaufstellstreifen geprüft.
      • In der Augustinergasse werden Fahrradpiktogramme markiert. Auf der Ostseite bergauf ist darüber hinaus die Markierung eines Schutzstreifens zu prüfen. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h wäre wünschenswert.
      • Da auf dem überwiegenden Teil der Route Fahrradpiktogramme markiert werden sollen, bietet es sich an, den Verlauf der Strecke mit speziellen Routenpiktogrammen als Alternative zur gängigen Piktogrammkette zu kennzeichnen. Diese dient neben der Verdeutlichung des Radverkehrs auch zur Orientierung für die Radfahrenden.
    2. Freyunger Straße
      Ein Radweg entlang der Freyunger Straße (B12), die sich in der Straßenbaulast des Staatlichen Bauamts Passau befindet, sollte wie folgt gestaltet werden:
      • die Fahrstreifen auf insgesamt 7,00 m zu verschmälern. Auf der Ostseite entsteht dadurch ein ca. 3,50 m breiter Seitenraum für den nicht motorisierten Verkehr.
      • Schaffung einer Anbindung zur Stromlänge (Fahrradstraße)
    3. Innbrückgasse und Bereich vor Stadttheater
      • Errichtung einer Fahrradstraße
      • Bessere Beleuchtung des Abschnittes der Unterführung/Torbogen
    4. Innenstadtdurchfahrung West-Ost
      • Neben der Innenstadtdurchfahrung Nord-Süd gibt es auch eine Innenstadtdurchfahrung West-Ost, dessen Verlauf ebenfalls mit einer speziellen Piktogrammkette gekennzeichnet werden kann.
        Im Gegensatz zur Innenstadtdurchfahrung Nord-Süd geht es hier um die zentrale Erschließung der Innenstadt und nicht primär um eine Achse für den Durchgangsverkehr. Die schnelle Durch- bzw. Umfahrung der Innenstadt wird über die Donaulände gewährleistet. Die Innenstadtquerung West-Ost dient der Anbindung der zentralen Geschäfte, Arbeitsplätze und Wohnbebauung.Sie verläuft zwischen der Oberen Donaulände (Große Klingergasse) und dem Römerplatz und ist von Einbahnstraßen geprägt. Die Kleine Klingergasse, die Roßtränke, der Rindermarkt und der Steinweg sind Einbahnstraßen, in denen der Radverkehr im Mischverkehr geführt wird und die derzeit nicht für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben sind. Vom Residenzplatz bis zum Römerplatz dagegen ist der Radverkehr im Zweirichtungsverkehr heute schon erlaubt. Zur Verbesserung ist geplant, generell Einbahnstraßen bei Tempo 30 und einer Breite von 3,00 m (mit Busverkehr 3,50 m) für den gegengerichteten Radverkehr freizugeben.
    5. Knotenpunkt Haitzinger Straße / Stelzhamerstraße
      Verbesserung des Knotens durch Markierungslösungen für den Radverkehr.
    6. St 2125 / B 85 Abschnitt nördlich der Donau (Hacklberg/Maierhof)
      • Zukünftig soll eine durchgängig verlaufende Radverkehrsverbindung zwischen Hacklberg und Maierhof geschaffen werden
      • Ausbau eines gemeinsame Geh-/Radweg mit mindestens 2,50 m bis 3,00 m zuzüglich eines Sicherheitstrennstreifens zur Fahrbahn mit Zweirichtungsradverkehr.
      • Alle zu querenden Knotenpunkte müssen dabei mit entsprechenden gradlinigen Querungsmöglichkeiten ausgestattet werden.
    7. Neuburger Straße zwischen Leonhard-Paminger-Straße und Prachatitzer Straße
      • Fortführung der Markierung für den Abschnitt zwischen Leonhard-Paminger-Straße und Prachatitzer Straße
      • Am Knotenpunkt Prachatitzer Straße soll der Mittelstreifen zugunsten eines Linksabbiegestreifens aufgelöst werden
    8. Querung der B388 auf Höhe Schulbergstraße
      • Markierung eines Schutzstreifens in der Schulbergstraße (bereits erfolgt)
      • Vollsignalisierung des Knotens. Die Querung der Donaustraße in Höhe der Schulbergstraße soll durch eine verkürzte Busbucht ermöglicht werden. Hierdurch kann ein breiter Aufstellbereich für den Rad- und Fußverkehr eingerichtet werden.
    1. Fahrradparken
    2. Serviceangebote
      • Darüber hinaus soll gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt und den Umlandgemeinden insbesondere Neuburg am Inn, Tiefenbach und Salzweg ortsübergreifende Radwegverbindungen eruiert und ausgebildet werden. Des Weiteren ist vorgesehen, gemeinsam mit den Stadtwerken Passau ein Konzept zur Fahrradmitnahme im Bus erarbeitet und zunächst probeweise im Zuge des neuen Fahrplankonzepts ab 01.03.2020 getestet werden.

        Das Konzept wurde in enger Abstimmung mit der Stadt Passau und dem Arbeitskreis Radverkehr entwickelt und diskutiert. Zwischenstände wurden bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr vorgestellt. Im Nachgang zur Sitzung des Ausschusses am 10.07.2019 wurde das „Radverkehrskonzept 2018/2019“ mit den dazugehörigen Unterlagen zur Beratung an die Fraktionen versandt, so dass diese ebenfalls die Möglichkeit erhalten haben, darüber hinaus gehende Maßnahmen und Verbesserungen einzureichen. Diese werden ebenfalls im Rahmen der Sitzung am 17.09.2019 im Vorfeld Radverkehrskonzepts behandelt.

        Das Radverkehrskonzept für die Stadt Passau dient in erster Linie dem Ziel, den Radverkehr zu fördern und den Anteil Radfahrender sowie die Sicherheit beim Radfahren spürbar zu erhöhen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau einer anforderungsgerechten Infrastruktur zum Radfahren, die insbesondere auch die Topografie innerhalb der Stadt und auf den Verbindungen zu den Nachbarorten sowie das Miteinander von Fuß- und Radverkehr entlang der Flüsse und in der Altstadt berücksichtigt. Dabei ist es jedoch kein starres Konzept, vielmehr soll es verändert und weiterentwickelt werden können.

         

        Zurück nach Oben